Kolumba
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30. Mai – 18. August 2013
»trotz Natur und Augenschein«
Eucharistie – Wandlung und Weltsicht

Anlässlich des »Eucharistischen Kongresses« (www.eucharistie2013.de) präsentiert Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, von Fronleichnam bis Mariä Himmelfahrt eine Sonderausstellung mit hochkarätigen internationalen Leihgaben. Die Ausstellung erweitert den Kontext der 6. Jahresausstellung unter dem Titel "Art is Liturgy" mit den Werken der eigenen Sammlung. – "Sehen kannst du´s nicht, noch fassen; Starker Glaube wird´s nicht lassen; Trotz Natur und Augenschein". Mit diesen Versen umschreibt der Theologe Thomas von Aquin (1225–1274) das Geheimnis der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi als zentrales Geschehen der Eucharistie. Das Irdische und das Himmlische vereinigen sich, aus dem Sichtbaren, aus Brot und Wein, wird der unsichtbare Leib Christi. Gerade die Unsichtbarkeit hat seit dem frühen Mittelalter die Umsetzung in sichtbare Bilder provoziert, die als Ausstattung der kirchlichen Schriften, Geräte und Räume eine zentrale künstlerisch-theologische Funktion erfüllten. Das Ringen um heute vielfach vergessene Bilder einer scheinbar unzumutbaren Vision, die den Gottessohn als DAS erlösende Leibgericht darstellt – darum geht es in dieser Ausstellung. Als Leihgeber konnten nach mehrjähriger Recherche Museen, Bibliotheken und Kirchenschätze nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem europäischen Ausland gewonnen werden; darunter die Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom, die Bibliothèque nationale in Paris, die Bayerische Staatsbibliothek in München und die Staatsbibliothek in Berlin sowie das British Museum in London, aber auch Kirchengemeinden und – mit zwei großen Tafelbildern – der Dom zu Erfurt. Das zeitliche Spektrum der Ausstellung erstreckt sich von den seltenen Anfängen im 8. Jahrhundert, als Bilder sich langsam gegen das Bilderverbot etablierten, bis zur überbordenden Bilderflut im Streit um den rechten Glauben im späten Mittelalter, kurz vor der Reformation. Unter den Karolingern und Ottonen standen Vereinheitlichung und Festigung des nach römischen Vorlagen umgestalteten Ritus im Vordergrund. Parallel dazu entwickelte sich ein Motivkanon, der den Vorgang der Wandlung mit historischen, typologischen und poetischen Motiven umschreibt. Mit der Einführung des Fronleichnams­festes ändert sich im 13. Jahrhundert die Auswahl der Bilder: Sie werden erzählerischer, körperlicher und öffentlicher. Waren sie zu Beginn nur für die Augen des Klerus bestimmt, verlassen die eucharistischen Darstellungen nun den engen Rahmen der kostbar geschmückten Messbücher und -geräte. Sie finden Eingang in die Bildprogramme der großen Altarretabel, in Stundenbücher, die Schriften der privaten Frömmigkeit, und dienen als Bekenntnis des rechten Glaubens auf den Epitaphien der Verstorbenen. Im späten Mittelalter steht die Eucharistie als zentrales Sakrament kirchlichen Selbstverständnisses im Mittelpunkt völlig neuer, häufig allegorischer Bildfindungen, hinter denen sich umfangreiche theologische Programme verbergen.

Buchpublikation: Hg. von Ulrike Surmann und Johannes Schröer mit einem Grußwort von Joachim Kardinal Meisner, einer Einführung sowie 11 theologisch-kunsthistorischen Essays und 6 literarischen Beiträgen renommierter Schriftsteller/innen, zahlreiche Farbabbildungen, 376 Seiten, Format 17x24cm, Fadenheftung, Hardcover, Greven-Verlag, Köln, € 24.80

Leihgeber sind:
Alunda, Ev. Kirchengemeinde, Erzbistum Uppsala
Autun,Bibliothèque municipale
Bergamo, Museo e Tesoro della Cattedrale
Berlin, Staatsbibliothek – Preußischer Kulturbesitz
Cambridge, The Fitzwilliam Museum
Colmar, Bibliotèque municipale
Erfurt, Katholische Kirchengemeinde St. Marien - St. Severi
Frankfurt a.M., Liebieghaus Skulpturensammlung
Gronau,Evangelische Pfarrgemeinde S. Matthäi
Hannover, Museum August Kestner
Hildesheim, Dombibliothek
Hildesheim, Dom-Museum
Kassel, Universitätsbibliothek, Landesbibliothek u. Murhardsche Bibliothek
Koblenz, Mittelrhein-Museum
Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek
Köln, Wallraf-Richartz-Museum
London, The British Museum
München, Bayerische Staatsbibliothek
Nördlingen, Stadtmuseum
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Paderborn, Erzbischöfliche Akademische Bibliothek
Paris, Bibliotèque nationale de France
Paris, Musée du Louvre
Rathenow, Evangelische Pfarrgemeinde St. Marien-St. Andreas
Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana
Segovia, Museo Catedralico
Siegburg, Katholische Kirchengemeinde St. Servatius
Soest, Evangelische Pfarrgemeinde St. Petri-Pauli
Werben, Evangelische Kirchengemeinde St. Johannis

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Kunstmuseum
des Erzbistums Köln

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KOLUMBA :: Aktuell :: 05/13 trotz Natur und Augenschein

30. Mai – 18. August 2013
»trotz Natur und Augenschein«
Eucharistie – Wandlung und Weltsicht

Anlässlich des »Eucharistischen Kongresses« (www.eucharistie2013.de) präsentiert Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, von Fronleichnam bis Mariä Himmelfahrt eine Sonderausstellung mit hochkarätigen internationalen Leihgaben. Die Ausstellung erweitert den Kontext der 6. Jahresausstellung unter dem Titel "Art is Liturgy" mit den Werken der eigenen Sammlung. – "Sehen kannst du´s nicht, noch fassen; Starker Glaube wird´s nicht lassen; Trotz Natur und Augenschein". Mit diesen Versen umschreibt der Theologe Thomas von Aquin (1225–1274) das Geheimnis der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi als zentrales Geschehen der Eucharistie. Das Irdische und das Himmlische vereinigen sich, aus dem Sichtbaren, aus Brot und Wein, wird der unsichtbare Leib Christi. Gerade die Unsichtbarkeit hat seit dem frühen Mittelalter die Umsetzung in sichtbare Bilder provoziert, die als Ausstattung der kirchlichen Schriften, Geräte und Räume eine zentrale künstlerisch-theologische Funktion erfüllten. Das Ringen um heute vielfach vergessene Bilder einer scheinbar unzumutbaren Vision, die den Gottessohn als DAS erlösende Leibgericht darstellt – darum geht es in dieser Ausstellung. Als Leihgeber konnten nach mehrjähriger Recherche Museen, Bibliotheken und Kirchenschätze nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem europäischen Ausland gewonnen werden; darunter die Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom, die Bibliothèque nationale in Paris, die Bayerische Staatsbibliothek in München und die Staatsbibliothek in Berlin sowie das British Museum in London, aber auch Kirchengemeinden und – mit zwei großen Tafelbildern – der Dom zu Erfurt. Das zeitliche Spektrum der Ausstellung erstreckt sich von den seltenen Anfängen im 8. Jahrhundert, als Bilder sich langsam gegen das Bilderverbot etablierten, bis zur überbordenden Bilderflut im Streit um den rechten Glauben im späten Mittelalter, kurz vor der Reformation. Unter den Karolingern und Ottonen standen Vereinheitlichung und Festigung des nach römischen Vorlagen umgestalteten Ritus im Vordergrund. Parallel dazu entwickelte sich ein Motivkanon, der den Vorgang der Wandlung mit historischen, typologischen und poetischen Motiven umschreibt. Mit der Einführung des Fronleichnams­festes ändert sich im 13. Jahrhundert die Auswahl der Bilder: Sie werden erzählerischer, körperlicher und öffentlicher. Waren sie zu Beginn nur für die Augen des Klerus bestimmt, verlassen die eucharistischen Darstellungen nun den engen Rahmen der kostbar geschmückten Messbücher und -geräte. Sie finden Eingang in die Bildprogramme der großen Altarretabel, in Stundenbücher, die Schriften der privaten Frömmigkeit, und dienen als Bekenntnis des rechten Glaubens auf den Epitaphien der Verstorbenen. Im späten Mittelalter steht die Eucharistie als zentrales Sakrament kirchlichen Selbstverständnisses im Mittelpunkt völlig neuer, häufig allegorischer Bildfindungen, hinter denen sich umfangreiche theologische Programme verbergen.

Buchpublikation: Hg. von Ulrike Surmann und Johannes Schröer mit einem Grußwort von Joachim Kardinal Meisner, einer Einführung sowie 11 theologisch-kunsthistorischen Essays und 6 literarischen Beiträgen renommierter Schriftsteller/innen, zahlreiche Farbabbildungen, 376 Seiten, Format 17x24cm, Fadenheftung, Hardcover, Greven-Verlag, Köln, € 24.80

Leihgeber sind:
Alunda, Ev. Kirchengemeinde, Erzbistum Uppsala
Autun,Bibliothèque municipale
Bergamo, Museo e Tesoro della Cattedrale
Berlin, Staatsbibliothek – Preußischer Kulturbesitz
Cambridge, The Fitzwilliam Museum
Colmar, Bibliotèque municipale
Erfurt, Katholische Kirchengemeinde St. Marien - St. Severi
Frankfurt a.M., Liebieghaus Skulpturensammlung
Gronau,Evangelische Pfarrgemeinde S. Matthäi
Hannover, Museum August Kestner
Hildesheim, Dombibliothek
Hildesheim, Dom-Museum
Kassel, Universitätsbibliothek, Landesbibliothek u. Murhardsche Bibliothek
Koblenz, Mittelrhein-Museum
Köln, Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek
Köln, Wallraf-Richartz-Museum
London, The British Museum
München, Bayerische Staatsbibliothek
Nördlingen, Stadtmuseum
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Paderborn, Erzbischöfliche Akademische Bibliothek
Paris, Bibliotèque nationale de France
Paris, Musée du Louvre
Rathenow, Evangelische Pfarrgemeinde St. Marien-St. Andreas
Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana
Segovia, Museo Catedralico
Siegburg, Katholische Kirchengemeinde St. Servatius
Soest, Evangelische Pfarrgemeinde St. Petri-Pauli
Werben, Evangelische Kirchengemeinde St. Johannis