Kolumba
Kolumbastraße 4
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1990 – 2008
Neukonzeption, Sammlungsaufbau, Neubau
Joachim M. Plotzek und Team

1990 übernahm der langjährige Kustos am Kölner Schnütgen-Museum, Joachim M. Plotzek, nach seiner Ernennung durch Kardinal Meisner die Museumsleitung. Als Kuratoren berief er 1991 Katharina Winnekes (vorher Kunst-Station St. Peter) und Stefan Kraus (vorher u.a. Kölnischer Kunstverein) sowie Ulrike Surmann (Liebieghaus Frankfurt), die zunächst projektbezogen für die Vorbereitung einer ersten Handschriftenausstellung, 1993 als weitere Kuratorin eingestellt wurde. Im Oktober 1992 meldete sich das Museum am Roncalliplatz nach einjähriger Schließung und Renovierung der Räume mit der VATICANA zurück (alle Ausstellungen siehe: Archiv). Als Teamarbeit gestaltete sich in den kommenden Jahren die Neukonzeption, der Aufbau einer tragfähigen Sammlung zeitgenössischer Kunst mit Einzelwerken mittelalterlicher Kunst und Werken der Klassischen Moderne sowie die Vorbereitung eines Architekturwettbewerbes. Als Bauplatz konnte in mehrjährigen Verhandlungen mit dem Kirchenvorstand die Ruine von St. Kolumba in der Kölner Innenstadt gewonnen werden. In diesen Jahren wurden spezifische Ausstellungsformate und Vorgehensweisen für ein »Museum der Nachdenklichkeit« entwickelt, begleitet von Konzerten zeitgenössischer Musik (seit 1994 kuratiert von Manos Tsangaris) und literarischen Lesungen sowie ab 1996 von der hauseigenen Schriftenreihe, die sich ausschließlich den Werken der eigenen Sammlung widmet. Nach europaweiter Recherche wurde Ende 1996 ein Architekturwettbewerb ausgelobt, offen für das Gebiet des Erzbistums Köln, mit sieben internationalen Zuladungen. Der Schweizer Baumeister Peter Zumthor, den die Kuratoren im Frühjahr 1993 erstmals besucht hatten, konnte im Juni 1997 mit seinem Entwurf das anonyme Verfahren für sich entscheiden. Es folgten zehn Jahre intensiver Zusammenarbeit zwischen dem Architekten und seinen Mitarbeitern, den hinzugezogenen Fachingenieuren, den Diözesanbaumeistern (Josef Rüenauver und in dessen Nachfolge Martin Struck), Mitarbeitern des Erzbischöflichen Bauamtes und den Museumskuratoren, getragen vom gemeinsamen Willen, einen besonderen Ort für die Menschen und die Kunst zu errichten und kein Detail dem Zufall zu überlassen (siehe die nach Jahren geordnete Baugeschichte im Menü: Architektur). Parallel zur Neubauplanung fanden Ausstellungen statt, in denen alte und neue Kunst einander ergänzend und erläuternd gegenübergestellt wurden, z.B. »Über die Ambivalenz« (1996), »Der unendliche Raum dehnt sich aus« (Baden-Baden 1998), »Über die Wirklichkeit (2000)«. Mehrfach profilierte sich das Museum mit Ausstellungen zur mittelalterlichen Buchmalerei: »Bibliotheca Apostolisch Vaticana« (1992), »Glaube und Wissen im Mittelalter« (1998), »Ars vivendi – Ars moriendi« (2001). Mit der Schenkung Härle gelangten 1996 fast fünfzig Werke aus einer der besten Privatsammlungen mittelalterlicher Skulptur in die Sammlung, 1998 setzte die Schenkung Weininger einen überraschenden Akzent in der Klassischen Moderne, 2001 folgte die Schenkung der Werk- und Formensammlung von Werner Schriefers. Die Sammlung profitierte in erheblichem Maße von weiteren Schenkungen und durch die Unterstützung privater und öffentlicher Stiftungen, so auch 1999 beim Erwerb des beeindruckenden romanischen Elfenbeinkruzifixes, dem äußerst komplizierte Verhandlungen vorausgingen. Die kontinuierliche Förderung durch die Renate König-Stiftung hat das Erscheinungsbild der Sammlung maßgeblich geprägt. Sie ermöglichte neben wesentlichen Ankäufen – z.B. den goldenen Reliqienkreuzen aus dem Schatz der Wettiner – auch langjährige Restaurierungsprojekte und die Drucklegung aufwändiger Publikationen. Nachdem das »Erzbischöfliche Diözesanmuseum Köln« 2003 sein 150jähriges Bestehen feiern konnte, erfolgte schon ein Jahr später die Umbenennung in »Kolumba«, den Namen, der dem Ort seiner neuen Beheimatung Rechnung trägt. Beginnend mit einem Pontifikalamt in Kölner Dom konnte der Neubau am 14. September 2007 feierlich eingeweiht werden. Nur ein halbes Jahr später wurde Joachim M. Plotzek im April 2008 in den Ruhestand verabschiedet. Kardinal Meisner übertrug die Museumsleitung an Stefan Kraus, Katharina Winnekes übernahm die stellvertretende Museumsleitung. Die vierte Kuratorenstelle konnte durch die Initiative der Renate König-Stiftung langfristig gesichert werden. Marc Steinmann, der 2003 für die Computer gestützte Inventarisation der Sammlung ans Haus gekommen war, wurde mit dem inhaltlichen Schwerpunkt »Vermittlung« zum »Renate König-Stiftungs-Kurator«.

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KOLUMBA :: Museumsgeschichte :: 1990 – 2008

1990 – 2008
Neukonzeption, Sammlungsaufbau, Neubau
Joachim M. Plotzek und Team

1990 übernahm der langjährige Kustos am Kölner Schnütgen-Museum, Joachim M. Plotzek, nach seiner Ernennung durch Kardinal Meisner die Museumsleitung. Als Kuratoren berief er 1991 Katharina Winnekes (vorher Kunst-Station St. Peter) und Stefan Kraus (vorher u.a. Kölnischer Kunstverein) sowie Ulrike Surmann (Liebieghaus Frankfurt), die zunächst projektbezogen für die Vorbereitung einer ersten Handschriftenausstellung, 1993 als weitere Kuratorin eingestellt wurde. Im Oktober 1992 meldete sich das Museum am Roncalliplatz nach einjähriger Schließung und Renovierung der Räume mit der VATICANA zurück (alle Ausstellungen siehe: Archiv). Als Teamarbeit gestaltete sich in den kommenden Jahren die Neukonzeption, der Aufbau einer tragfähigen Sammlung zeitgenössischer Kunst mit Einzelwerken mittelalterlicher Kunst und Werken der Klassischen Moderne sowie die Vorbereitung eines Architekturwettbewerbes. Als Bauplatz konnte in mehrjährigen Verhandlungen mit dem Kirchenvorstand die Ruine von St. Kolumba in der Kölner Innenstadt gewonnen werden. In diesen Jahren wurden spezifische Ausstellungsformate und Vorgehensweisen für ein »Museum der Nachdenklichkeit« entwickelt, begleitet von Konzerten zeitgenössischer Musik (seit 1994 kuratiert von Manos Tsangaris) und literarischen Lesungen sowie ab 1996 von der hauseigenen Schriftenreihe, die sich ausschließlich den Werken der eigenen Sammlung widmet. Nach europaweiter Recherche wurde Ende 1996 ein Architekturwettbewerb ausgelobt, offen für das Gebiet des Erzbistums Köln, mit sieben internationalen Zuladungen. Der Schweizer Baumeister Peter Zumthor, den die Kuratoren im Frühjahr 1993 erstmals besucht hatten, konnte im Juni 1997 mit seinem Entwurf das anonyme Verfahren für sich entscheiden. Es folgten zehn Jahre intensiver Zusammenarbeit zwischen dem Architekten und seinen Mitarbeitern, den hinzugezogenen Fachingenieuren, den Diözesanbaumeistern (Josef Rüenauver und in dessen Nachfolge Martin Struck), Mitarbeitern des Erzbischöflichen Bauamtes und den Museumskuratoren, getragen vom gemeinsamen Willen, einen besonderen Ort für die Menschen und die Kunst zu errichten und kein Detail dem Zufall zu überlassen (siehe die nach Jahren geordnete Baugeschichte im Menü: Architektur). Parallel zur Neubauplanung fanden Ausstellungen statt, in denen alte und neue Kunst einander ergänzend und erläuternd gegenübergestellt wurden, z.B. »Über die Ambivalenz« (1996), »Der unendliche Raum dehnt sich aus« (Baden-Baden 1998), »Über die Wirklichkeit (2000)«. Mehrfach profilierte sich das Museum mit Ausstellungen zur mittelalterlichen Buchmalerei: »Bibliotheca Apostolisch Vaticana« (1992), »Glaube und Wissen im Mittelalter« (1998), »Ars vivendi – Ars moriendi« (2001). Mit der Schenkung Härle gelangten 1996 fast fünfzig Werke aus einer der besten Privatsammlungen mittelalterlicher Skulptur in die Sammlung, 1998 setzte die Schenkung Weininger einen überraschenden Akzent in der Klassischen Moderne, 2001 folgte die Schenkung der Werk- und Formensammlung von Werner Schriefers. Die Sammlung profitierte in erheblichem Maße von weiteren Schenkungen und durch die Unterstützung privater und öffentlicher Stiftungen, so auch 1999 beim Erwerb des beeindruckenden romanischen Elfenbeinkruzifixes, dem äußerst komplizierte Verhandlungen vorausgingen. Die kontinuierliche Förderung durch die Renate König-Stiftung hat das Erscheinungsbild der Sammlung maßgeblich geprägt. Sie ermöglichte neben wesentlichen Ankäufen – z.B. den goldenen Reliqienkreuzen aus dem Schatz der Wettiner – auch langjährige Restaurierungsprojekte und die Drucklegung aufwändiger Publikationen. Nachdem das »Erzbischöfliche Diözesanmuseum Köln« 2003 sein 150jähriges Bestehen feiern konnte, erfolgte schon ein Jahr später die Umbenennung in »Kolumba«, den Namen, der dem Ort seiner neuen Beheimatung Rechnung trägt. Beginnend mit einem Pontifikalamt in Kölner Dom konnte der Neubau am 14. September 2007 feierlich eingeweiht werden. Nur ein halbes Jahr später wurde Joachim M. Plotzek im April 2008 in den Ruhestand verabschiedet. Kardinal Meisner übertrug die Museumsleitung an Stefan Kraus, Katharina Winnekes übernahm die stellvertretende Museumsleitung. Die vierte Kuratorenstelle konnte durch die Initiative der Renate König-Stiftung langfristig gesichert werden. Marc Steinmann, der 2003 für die Computer gestützte Inventarisation der Sammlung ans Haus gekommen war, wurde mit dem inhaltlichen Schwerpunkt »Vermittlung« zum »Renate König-Stiftungs-Kurator«.