Kolumba
Kolumbastraße 4
D-50667 Köln
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Über die Ambivalenz
Wiederbegegnung mit Unbekanntem - Teil 8
Oktober 1996 bis Februar 1997

Nach der »Homage to the Square« bestimmen zwei Kupferkugeln den zentralen Raum des Museums. Deutlicher könnte der Wechsel in unserer Ausstellungsreihe kaum sein: Von der zentrierten Komposition im Bild zu einer raumgreifenden Bewegung, die nach eigener Gesetzmäßigkeit scheinbar ungerichtet verlaufen könnte. Neben diesem »Pair Object« wird die Amerikanerin Roni Horn mit Malerei und Zeichnung auf Papier und einer Serie von Fotografien vorgestellt. In ihren Werken werden Interferenzen zwischen dem zeitlosen Raum und seiner Weite und dem räumlich und zeitlich definierten Ort erfahrbar. Dabei scheinen jeweils beide Festlegungen möglich zu sein. Diese Ambivalenz der Erlebnismöglichkeiten von Kunst ist das Thema unserer Ausstellung. Nicht also Beliebigkeit der Deutung, die ihr häufig unterstellt wird, vielmehr eine zielgerichtete Doppelwertigkeit, die von Kunstwerken ausgeht. Gezeigt werden Arbeiten, die bei aller individuellen Fixierung einen Raum zwischen den Orten und eine Zeit außerhalb von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ansprechen. Einem Wandbehang mit der Mystischen Jagd im verschlossenen Garten (15./16.Jh.) steht Richard Tuttles Zyklus »40 Days« gegenüber. Symbole und typologische Darstellungen des Mittelalters treffen auf vierzig gezeichnete und gemalte Strukturen, die sich zu Organismen auszuweiten scheinen, und regen ein Nachdenken über das letzthin Unbegreifliche entstehenden Lebens an. Die Zeichnungen und Gouachen von Louise Bourgeois kreisen in einer Weise um Wachstum, um Organisches und Landschaft, daß sie Zustände zwischen Anmut und Bedrohung, Erinnerung und Traum heraufbeschwören. Zwischen liebenswürdiger Heiterkeit und brutaler Verstümmelung wechselt die Ausstrahlung der farbig glasierten Tonskulpturen von Leiko Ikemura, die trotz ihrer figürlichen Eigenheiten derart unbestimmt bleiben, daß sie im gleichen Moment so gegensätzlich empfunden werden können.


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Kunstmuseum
des Erzbistums Köln

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05/10 Heilig-Geist-Retabel
05/10 Heinrich Küpper
05/10 Robert Haiss
06/10 Konzert Steffen Krebber
02/10 Aschermittwoch 2010
01/10 Renate Köhler
01/10 Georg Baumgarten
11/09 Nacht Raum Stille
11/09 Klangwerkstatt
09/09 Andor Weininger
09/09 Stefan Wewerka
Hinterlassenschaft
05/09 Koho Mori-Newton
01/09 Hermann Abrell
11/08 Klangwerkstatt
10/08 Donaueschinger Musiktage
09/08 Heiner Binding
Der Mensch verlässt die Erde
06/08 Kolumba singt!
05/08 Katholikentag
04/08 Verabschiedung JMP
02/08 Alphornbläser
12/07 Deutschlandradio live
Der unendliche Raum…
04/07 Art Cologne
10/06 Im Garten der Wirklichkeit II
04/06 Im Garten der Wirklichkeit I
04/06 Werner Schriefers
10/05 Leiko Ikemura
10/05 Schenkung Egner
08/05 Arma Christi (WJT)
08/05 1st view! (WJT)
05/05 Hans Josephsohn
02/05 Die koptischen Textilien
02/05 Birgit Antoni - Gemälde
12/04 Die Pietà aus St. Kolumba
10/04 Monika Bartholomé
07/04 Heinrich Küpper
04/04 Max Cole
11/03 Schauspielhaus
11/03 Reliquienkreuze
11/03 Daphne-Test
10/03 Martin Frommelt
04/03 150 Jahre!
12/02 Attila Kovács
09/02 Herbert Falken
06/02 Peter Tollens
12/01 ars vivendi
11/00 Volumen
11/00 Die Schenkung Härle
10/00 Kinderzeichnungen
04/00 walkmen
04/00 Über die Wirklichkeit
10/99 Andor Weininger
06/99 Joseph Marioni
02/99 Andy Warhol
09/98 Der unendliche Raum ...
08/98 Glaube und Wissen
05/98 Stephan Baumkötter
04/98 Bernd Ikemann
04/98 Wiederbegegnung 11
01/98 Hildegard Domizlaff
09/97 Wiederbegegnung 10
06/97 Richard Serra
04/97 Manos Tsangaris
03/97 Paul Thek
02/97 Klaus vom Bruch
02/97 Über den Ort: Kolumba
10/96 Über die Ambivalenz
04/96 Chris Newman
02/96 Peter Tollens
02/96 Wolfgang Laib
02/96 Über die Farbe
12/95 Frühchristliche Kunst
12/95 Mischa Kuball
11/95 Palast der Kunst
10/95 Wiederbegegnung 6
09/95 Monika Bartholomé
06/93 Wiederbegegnung 1 bis 5
10/92 Vaticana
 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Archiv :: 10/96 Über die Ambivalenz

Über die Ambivalenz
Wiederbegegnung mit Unbekanntem - Teil 8
Oktober 1996 bis Februar 1997

Nach der »Homage to the Square« bestimmen zwei Kupferkugeln den zentralen Raum des Museums. Deutlicher könnte der Wechsel in unserer Ausstellungsreihe kaum sein: Von der zentrierten Komposition im Bild zu einer raumgreifenden Bewegung, die nach eigener Gesetzmäßigkeit scheinbar ungerichtet verlaufen könnte. Neben diesem »Pair Object« wird die Amerikanerin Roni Horn mit Malerei und Zeichnung auf Papier und einer Serie von Fotografien vorgestellt. In ihren Werken werden Interferenzen zwischen dem zeitlosen Raum und seiner Weite und dem räumlich und zeitlich definierten Ort erfahrbar. Dabei scheinen jeweils beide Festlegungen möglich zu sein. Diese Ambivalenz der Erlebnismöglichkeiten von Kunst ist das Thema unserer Ausstellung. Nicht also Beliebigkeit der Deutung, die ihr häufig unterstellt wird, vielmehr eine zielgerichtete Doppelwertigkeit, die von Kunstwerken ausgeht. Gezeigt werden Arbeiten, die bei aller individuellen Fixierung einen Raum zwischen den Orten und eine Zeit außerhalb von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ansprechen. Einem Wandbehang mit der Mystischen Jagd im verschlossenen Garten (15./16.Jh.) steht Richard Tuttles Zyklus »40 Days« gegenüber. Symbole und typologische Darstellungen des Mittelalters treffen auf vierzig gezeichnete und gemalte Strukturen, die sich zu Organismen auszuweiten scheinen, und regen ein Nachdenken über das letzthin Unbegreifliche entstehenden Lebens an. Die Zeichnungen und Gouachen von Louise Bourgeois kreisen in einer Weise um Wachstum, um Organisches und Landschaft, daß sie Zustände zwischen Anmut und Bedrohung, Erinnerung und Traum heraufbeschwören. Zwischen liebenswürdiger Heiterkeit und brutaler Verstümmelung wechselt die Ausstrahlung der farbig glasierten Tonskulpturen von Leiko Ikemura, die trotz ihrer figürlichen Eigenheiten derart unbestimmt bleiben, daß sie im gleichen Moment so gegensätzlich empfunden werden können.