Kolumba
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19. April bis 12. Juni 1996
Chris Newman »Me in a no-time state«
Kabinettausstellung im Fenster

Die Arbeit von Chris Newman trifft den Nerv des Museums. Sie befremdet aufgrund ihrer Vertrautheit. Ausgestellt sind fünf Diptychen, in denen bedeutende Gemälde der Moderne zu sehen sind – allerdings nicht als »Originale«, sondern als »Kopien"; als Malerei, die durch Chris Newman hindurchgegangen und auf diese Weise selbst zum Original geworden ist. Newman bezieht sich auf Werke von zehn Malern, die für ihn aus einem sehr persönlichen Grund wichtig wurden. Er malt sie ausgehend von Postkarten-Reproduktionen mit seinen Mitteln neu, um sie neu aufzuladen und gleichzeitig zu überwinden. Der Parallelität von Wahrnehmung Rechnung tragend, sind außerdem zwei Musikstücke zu hören, ein akustisches Diptychon, in denen sich Newman – der als Komponist und Schüler von Mauricio Kagel Anfang der 80er Jahre begann, eigene Arbeiten zu realisieren – auf vorklassische und romantische Musik bezieht. Er »verfaltet« sich mit den Werken, auf die er sich eingelassen hat, um mehr zu erfahren und die Chronologie aufzuheben: »Me in a no-time state« (Ich in einem Nicht-Zeit-Zustand) ist die Ausstellung der Gegenwart von Vergangenheit und umgekehrt; eine Mißachtung chronologischer Zeit (»… alle Bilder, die betrachtet werden, sind aus der Vergangenheit, und sie werden alle in der Gegenwart betrachtet«). Chris Newman arbeitet mit virtuoser Unfähigkeit. Er vertraut auf die Intensität der persönlichen Äußerung, auf eine künstlerische Direktheit, die mit dem Leben zu tun hat, mit seinem Leben, das ihm als Beispiel für Menschlichkeit dient. Dieses Leben beutet er aus, er arbeitet darin, wie in einem Labor. Newman möchte die Kunst von der Künstlichkeit befreien und zum Kern der Wahrnehmung zurückkommen: Es geht ihm nicht um das Medium, Malerei oder Musik, nicht um Stil und Kunstgeschichte. Er möchte die Wahrnehmung selbst konkret werden lassen. Das Kunstwerk ist der Katalysator für die existentielle Erfahrung von Leben.

(Künstlerheft)

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10/14 E-MEX-Ensemble
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06/12 Tischkonzert
06/12 Kammer der Andacht
06/12 Leiko Ikemura
03/12 Volker Saul
05/12 episteme
05/12 new talents
04/12 Cage: A Collection of Rocks
04/12 Kunst-Station
03/12 Cage: Number Pieces
03/12 Hans Otte
01/12 Jaromir Novotny
11/11 Krimhild Becker (mp3)
11/11 Klangwerkstatt
10/11 Albert-Gespräch
09/11 Birgit Antoni
09/11 Implodierender Schreibtisch
09/11 denken
07/11 Finissage
07/11 Schulen zu Gast I
04/11 Philipp Wewerka
04/11 Michael Toenges (mp3)
02/11 Herimannkreuz (mp3)
12/10 Herbert Falken (mp3)
12/10 Mischa Kuball
11/10 Klangwerkstatt
11/10 Joseph Marioni
10/10 Michael Kalmbach (mp3)
10/10 Albert-Gespräch
09/10 Noli me tangere!
06/10 Steffen Krebber
05/10 Heinrich Küpper
05/10 Heilig-Geist-Retabel
05/10 Robert Haiss
02/10 Bernhard Leitner
02/10 Aschermittwoch
01/10 Renate Köhler
01/10 Georg Baumgarten
11/09 Klangwerkstatt
09/09 Stefan Wewerka
09/09 Andor Weininger
09/09 Hinterlassenschaft (mp3)
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02/09 Felix Droese (mp3)
01/09 Hermann Abrell
11/08 Klangwerkstatt
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04/98 Kabakov Pane u.a.
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KOLUMBA :: Archiv :: 04/96 Chris Newman

19. April bis 12. Juni 1996
Chris Newman »Me in a no-time state«
Kabinettausstellung im Fenster

Die Arbeit von Chris Newman trifft den Nerv des Museums. Sie befremdet aufgrund ihrer Vertrautheit. Ausgestellt sind fünf Diptychen, in denen bedeutende Gemälde der Moderne zu sehen sind – allerdings nicht als »Originale«, sondern als »Kopien"; als Malerei, die durch Chris Newman hindurchgegangen und auf diese Weise selbst zum Original geworden ist. Newman bezieht sich auf Werke von zehn Malern, die für ihn aus einem sehr persönlichen Grund wichtig wurden. Er malt sie ausgehend von Postkarten-Reproduktionen mit seinen Mitteln neu, um sie neu aufzuladen und gleichzeitig zu überwinden. Der Parallelität von Wahrnehmung Rechnung tragend, sind außerdem zwei Musikstücke zu hören, ein akustisches Diptychon, in denen sich Newman – der als Komponist und Schüler von Mauricio Kagel Anfang der 80er Jahre begann, eigene Arbeiten zu realisieren – auf vorklassische und romantische Musik bezieht. Er »verfaltet« sich mit den Werken, auf die er sich eingelassen hat, um mehr zu erfahren und die Chronologie aufzuheben: »Me in a no-time state« (Ich in einem Nicht-Zeit-Zustand) ist die Ausstellung der Gegenwart von Vergangenheit und umgekehrt; eine Mißachtung chronologischer Zeit (»… alle Bilder, die betrachtet werden, sind aus der Vergangenheit, und sie werden alle in der Gegenwart betrachtet«). Chris Newman arbeitet mit virtuoser Unfähigkeit. Er vertraut auf die Intensität der persönlichen Äußerung, auf eine künstlerische Direktheit, die mit dem Leben zu tun hat, mit seinem Leben, das ihm als Beispiel für Menschlichkeit dient. Dieses Leben beutet er aus, er arbeitet darin, wie in einem Labor. Newman möchte die Kunst von der Künstlichkeit befreien und zum Kern der Wahrnehmung zurückkommen: Es geht ihm nicht um das Medium, Malerei oder Musik, nicht um Stil und Kunstgeschichte. Er möchte die Wahrnehmung selbst konkret werden lassen. Das Kunstwerk ist der Katalysator für die existentielle Erfahrung von Leben.

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