Kolumba
Kolumbastraße 4
D-50667 Köln
tel +49 (0)221 9331930
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22. bis 24.Mai 2008
Kolumba mit einem Werk von Thomas Böing
zu Gast auf dem 97. Katholikentag in Osnabrück

Zwischen den über zweihundert weißen Zelten des 97. Katholikentages steht eines, das seine eigentliche Funktion verloren hat: Kein Infostand, keine Ausstellung befindet sich darin, denn Holzboden,Wände und Baldachin sind präzise und in freier Anordnung mit gleichgroßen, kreis-förmigen Ausschnitten perforiert. Sein Volumen ist wie mit großen Stanzen durchlöchert. Dieses Zelt birgt nichts, vielmehr schaut man durch es hindurch, beobachtet den nur zum Teil verdeck-ten Hintergrund, sieht das Licht-Schattenspiel der einfallenden Sonne, sieht den entäußerten Raum, der Witterung ausgesetzt. Dieses Zelt repräsentiert Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Das im vergangenen Jahr eröffnete Haus bietet Gelegenheit zur authentischen Auseinandersetzung mit der einmaligen Geschichte eines bedeutenden Ortes in der Kölner Innenstadt, mit Architektur und Kunst aus zweitausend Jahren abendländischer Kultur. Den vielbeachteten Neubau mit seinen korrespondierenden Innen- und Außenräumen muss man vor Ort erleben; das Museum kann nicht auf die Reise gehen. Dieses Zelt ist ein Werk des in Köln lebenden Künstlers Thomas Böing, der in Skulpturen und Bildern Teile unserer Wirklichkeit durchlöchert, um ihre Inhalte zu befragen. Als einfachste Form der Behausung ist das Zelt eine Metapher des Wohnens, des sich Niederlassens an einem Ort und der Versammlung von Menschen. Es ist das fragile Gehäuse einer schutzsuchenden Gemeinschaft. Durchlöchert ist es reine Form, entbehrt es die funktionale Nützlichkeit des Gebrauchsgegen-standes und erlangt als freie Skulptur – gerade weil es auf die verlorenen Inhalte verweist – den sinnstiftenden Nutzen der Kunst. Es lädt uns ein, darüber nachzudenken, ob wir offen genug sind für die notwendige Weite einer Kommunikation mit dem Anderen, und ob wir fähig sind, in einer löchrig gewordenen Kultur unsere eigenen Werte und unseren Glauben zu leben.


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Kunstmuseum
des Erzbistums Köln

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05/10 Heilig-Geist-Retabel
05/10 Heinrich Küpper
05/10 Robert Haiss
06/10 Konzert Steffen Krebber
02/10 Aschermittwoch 2010
01/10 Renate Köhler
01/10 Georg Baumgarten
11/09 Nacht Raum Stille
11/09 Klangwerkstatt
09/09 Andor Weininger
09/09 Stefan Wewerka
Hinterlassenschaft
05/09 Koho Mori-Newton
01/09 Hermann Abrell
11/08 Klangwerkstatt
10/08 Donaueschinger Musiktage
09/08 Heiner Binding
Der Mensch verlässt die Erde
06/08 Kolumba singt!
05/08 Katholikentag
04/08 Verabschiedung JMP
02/08 Alphornbläser
12/07 Deutschlandradio live
Der unendliche Raum…
04/07 Art Cologne
10/06 Im Garten der Wirklichkeit II
04/06 Im Garten der Wirklichkeit I
04/06 Werner Schriefers
10/05 Leiko Ikemura
10/05 Schenkung Egner
08/05 Arma Christi (WJT)
08/05 1st view! (WJT)
05/05 Hans Josephsohn
02/05 Die koptischen Textilien
02/05 Birgit Antoni - Gemälde
12/04 Die Pietà aus St. Kolumba
10/04 Monika Bartholomé
07/04 Heinrich Küpper
04/04 Max Cole
11/03 Schauspielhaus
11/03 Reliquienkreuze
11/03 Daphne-Test
10/03 Martin Frommelt
04/03 150 Jahre!
12/02 Attila Kovács
09/02 Herbert Falken
06/02 Peter Tollens
12/01 ars vivendi
11/00 Volumen
11/00 Die Schenkung Härle
10/00 Kinderzeichnungen
04/00 walkmen
04/00 Über die Wirklichkeit
10/99 Andor Weininger
06/99 Joseph Marioni
02/99 Andy Warhol
09/98 Der unendliche Raum ...
08/98 Glaube und Wissen
05/98 Stephan Baumkötter
04/98 Bernd Ikemann
04/98 Wiederbegegnung 11
01/98 Hildegard Domizlaff
09/97 Wiederbegegnung 10
06/97 Richard Serra
04/97 Manos Tsangaris
03/97 Paul Thek
02/97 Klaus vom Bruch
02/97 Über den Ort: Kolumba
10/96 Über die Ambivalenz
04/96 Chris Newman
02/96 Peter Tollens
02/96 Wolfgang Laib
02/96 Über die Farbe
12/95 Frühchristliche Kunst
12/95 Mischa Kuball
11/95 Palast der Kunst
10/95 Wiederbegegnung 6
09/95 Monika Bartholomé
06/93 Wiederbegegnung 1 bis 5
10/92 Vaticana
 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Archiv :: 05/08 Katholikentag

22. bis 24.Mai 2008
Kolumba mit einem Werk von Thomas Böing
zu Gast auf dem 97. Katholikentag in Osnabrück

Zwischen den über zweihundert weißen Zelten des 97. Katholikentages steht eines, das seine eigentliche Funktion verloren hat: Kein Infostand, keine Ausstellung befindet sich darin, denn Holzboden,Wände und Baldachin sind präzise und in freier Anordnung mit gleichgroßen, kreis-förmigen Ausschnitten perforiert. Sein Volumen ist wie mit großen Stanzen durchlöchert. Dieses Zelt birgt nichts, vielmehr schaut man durch es hindurch, beobachtet den nur zum Teil verdeck-ten Hintergrund, sieht das Licht-Schattenspiel der einfallenden Sonne, sieht den entäußerten Raum, der Witterung ausgesetzt. Dieses Zelt repräsentiert Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Das im vergangenen Jahr eröffnete Haus bietet Gelegenheit zur authentischen Auseinandersetzung mit der einmaligen Geschichte eines bedeutenden Ortes in der Kölner Innenstadt, mit Architektur und Kunst aus zweitausend Jahren abendländischer Kultur. Den vielbeachteten Neubau mit seinen korrespondierenden Innen- und Außenräumen muss man vor Ort erleben; das Museum kann nicht auf die Reise gehen. Dieses Zelt ist ein Werk des in Köln lebenden Künstlers Thomas Böing, der in Skulpturen und Bildern Teile unserer Wirklichkeit durchlöchert, um ihre Inhalte zu befragen. Als einfachste Form der Behausung ist das Zelt eine Metapher des Wohnens, des sich Niederlassens an einem Ort und der Versammlung von Menschen. Es ist das fragile Gehäuse einer schutzsuchenden Gemeinschaft. Durchlöchert ist es reine Form, entbehrt es die funktionale Nützlichkeit des Gebrauchsgegen-standes und erlangt als freie Skulptur – gerade weil es auf die verlorenen Inhalte verweist – den sinnstiftenden Nutzen der Kunst. Es lädt uns ein, darüber nachzudenken, ob wir offen genug sind für die notwendige Weite einer Kommunikation mit dem Anderen, und ob wir fähig sind, in einer löchrig gewordenen Kultur unsere eigenen Werte und unseren Glauben zu leben.