Kolumba
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1. November 2015, 12 bis 16 Uhr
Paradiesische Sequenzen (9. Klangwerkstatt)
Maria Jonas und Ars Choralis Coeln

Ausgangspunkt der 9. Klangwerkstatt von Maria Jonas und Ars Choralis Coeln ist ein Corpus von vier Büchern des 13. bis 15. Jahrhunderts, geschaffen von den Nonnen des Domini–kanerinnenklosters Paradiese bei Soest. Das Kloster gibt es schon lange nicht mehr, aber die von den Nonnen aufgeschriebene Musik liegt heute in der Düsseldorfer Landesbibliothek. – Die Geschichte der Sequenz beginnt um 850 mit der Textierung der Alleluja-Schlussmelismen, auf die man zur besseren Memorisierung der Texte setzte. Damit ist die Sequenz eine der ältesten westlichen Musikformen. Bis zum 12. Jahrhundert bildet sich die vom Halleluja unabhängige Reimsequenz heraus. Sie führt zu den groß angelegten Strophensequenzen des 13. Jahrhunderts. Sequenzen waren auch im späten Mittelalter sehr beliebt. Es sind etwa 5000 Reimsequenzen bekannt. Im 14. Jahrhundert kam der Brauch auf, die Sequenzen an Festtagen mit deutschen Strophen zu verbinden. So wurde „Christ ist erstanden“ zur lateinischen Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ gesungen. – Im Mittelalter war die Sequenz eine Form, mit der durchaus spielerisch und im Sinne des Kontrafakts umgegangen worden ist: so stammen z.B. nur die Texte der Sequenzen unserer Nonnen von ihnen - sämtliche Melodien gab es schon vorher. – Das soll nun auch während der Klangwerkstatt einladen, über die mittelalterlichen Überlieferungen hinaus nach neuen Formen zu suchen. Dabei steht natürlich ein großer Meister im Mittelpunkt: Luciano Berio (*1925; † 2003). Cora Schmeiser und Lucia Mense, beide Mitglieder bei ACC, aber auch ausgemachte Spezialistinnen der Neuen Musik, werden sich seinen „Sequenzen“ widmen, uns in diese Tonsprache einführen, aber auch mit uns Sequenzen experimentieren, improvisieren und finden - „trobare“. Und hier schließt sich dann der Kreis von der Moderne zum Mittelalter: wir werden zu Trobadore der Jetztzeit.

Mit Prof. Dr. Stefan Klöckner (Folkwanguniversität der Künste Essen),
Maria Jonas, Lucia Mense, Cora Schmeiser,
Ars Choralis Coeln & Workshopteilnehmern

(regulärer Museumseintritt)

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des Erzbistums Köln

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08/17 Zehn Jahre Kolumba
07/17 Flötenwerkstatt
06/17 Fronleichnam
06/17 Thomas-Morus-Akademie
06/17 Vortrag Rüdiger Joppien
04/17 Künstlergespräch
03/17 Schulen zu Gast V
03/17 Künstlergespräch
01/17 Konzertreihe
11/16 Klangwerkstatt
11/16 Konzert E-MEX Ensemble
10/16 VII. Albert Gespräch
07/16 Erzählter Vortrag
06/16 Schulen zu Gast IV
06/16 Eric Hattan & Julian Sartorius
06/16 Oper Köln - Liederabend
05/16 new talents
05/16 Harvey Death of Light
12/15 Trickfilmwerkstatt
11/15 Ukulelen-Ensemble
11/15 Lesewerkstatt
11/15 Klangwerkstatt
10/15 E-MEX Ensemble
10/15 Winterreise
10/15 Albert-Gespräch
09/15 European Workshop
09/16 Lesestunde
09/15 Lesung Navid Kermani
08/15 Love & Diversity
07/15 Ensemble Unterwegs
06/15 FORSETI feat. subsTANZ
06/15 Oper Köln zu Gast
03/15 Trickfilmwerkstatt
11/14 Tonspur (Achim Lengerer)
11/14 Edith Stein Tagung
11/14 Klangwerkstatt
10/14 Philosophisches Gespräch
10/14 E-MEX-Ensemble
10/14 Albert-Gespräch
10/14 Philosophisches Seminar
06/14 Schulen zu Gast III
05/14 Ensemble Garage
05/14 Veranstaltungen Intervention
04/14 start:review
04/14 West Coast Soundings
02/14 Barlach-Haus
12/13 Ukulelen-Ensemble
11/13 Tanzperformance
11/13 Klangwerkstatt
10/13 E-MEX-Ensemble
10/13 Albert-Gespräch
07/13 Katrin Zenz
06/13 Frank Gratkowski
06/13 HornroH Duo
05/13 Performances
03/13 Horatiu Radulescu
11/12 Klangwerkstatt
10/12 E-MEX-Ensemble
09/12 Mädchenkantorei
08/12 Cage: Empty Words
08/12 Schulen zu Gast II
08/12 Allen Malern herzlichen...
07/12 Tischgespräche
06/12 Tischkonzert
06/12 Kammer der Andacht
05/12 episteme
05/12 new talents
04/12 Cage: A Collection of Rocks
03/12 Cage: Number Pieces
03/12 Hans Otte
11/11 Klangwerkstatt
10/11 Albert-Gespräch
09/11 Implodierender Schreibtisch
07/11 Finissage
07/11 Schulen zu Gast I
11/10 Klangwerkstatt
11/10 Joseph Marioni
10/10 Albert-Gespräch
06/10 Steffen Krebber
05/10 Heilig-Geist-Retabel
02/10 Bernhard Leitner
02/10 Aschermittwoch
11/09 Klangwerkstatt
09/09 Andor Weininger
11/08 Klangwerkstatt
10/08 Donaueschinger Musiktage
06/08 Kolumba singt!
05/08 Katholikentag
04/08 Verabschiedung JMP
02/08 Alphornbläser
12/07 Deutschlandradio live
04/07 Art Cologne
08/05 1st view!
12/04 Die Pietà aus St. Kolumba
11/03 Schauspielhaus Köln
 

 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Veranstaltungen :: 11/15 Klangwerkstatt

1. November 2015, 12 bis 16 Uhr
Paradiesische Sequenzen (9. Klangwerkstatt)
Maria Jonas und Ars Choralis Coeln

Ausgangspunkt der 9. Klangwerkstatt von Maria Jonas und Ars Choralis Coeln ist ein Corpus von vier Büchern des 13. bis 15. Jahrhunderts, geschaffen von den Nonnen des Domini–kanerinnenklosters Paradiese bei Soest. Das Kloster gibt es schon lange nicht mehr, aber die von den Nonnen aufgeschriebene Musik liegt heute in der Düsseldorfer Landesbibliothek. – Die Geschichte der Sequenz beginnt um 850 mit der Textierung der Alleluja-Schlussmelismen, auf die man zur besseren Memorisierung der Texte setzte. Damit ist die Sequenz eine der ältesten westlichen Musikformen. Bis zum 12. Jahrhundert bildet sich die vom Halleluja unabhängige Reimsequenz heraus. Sie führt zu den groß angelegten Strophensequenzen des 13. Jahrhunderts. Sequenzen waren auch im späten Mittelalter sehr beliebt. Es sind etwa 5000 Reimsequenzen bekannt. Im 14. Jahrhundert kam der Brauch auf, die Sequenzen an Festtagen mit deutschen Strophen zu verbinden. So wurde „Christ ist erstanden“ zur lateinischen Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ gesungen. – Im Mittelalter war die Sequenz eine Form, mit der durchaus spielerisch und im Sinne des Kontrafakts umgegangen worden ist: so stammen z.B. nur die Texte der Sequenzen unserer Nonnen von ihnen - sämtliche Melodien gab es schon vorher. – Das soll nun auch während der Klangwerkstatt einladen, über die mittelalterlichen Überlieferungen hinaus nach neuen Formen zu suchen. Dabei steht natürlich ein großer Meister im Mittelpunkt: Luciano Berio (*1925; † 2003). Cora Schmeiser und Lucia Mense, beide Mitglieder bei ACC, aber auch ausgemachte Spezialistinnen der Neuen Musik, werden sich seinen „Sequenzen“ widmen, uns in diese Tonsprache einführen, aber auch mit uns Sequenzen experimentieren, improvisieren und finden - „trobare“. Und hier schließt sich dann der Kreis von der Moderne zum Mittelalter: wir werden zu Trobadore der Jetztzeit.

Mit Prof. Dr. Stefan Klöckner (Folkwanguniversität der Künste Essen),
Maria Jonas, Lucia Mense, Cora Schmeiser,
Ars Choralis Coeln & Workshopteilnehmern

(regulärer Museumseintritt)