Kolumba
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»Quasi vis-à-vis der Kölner Oper befindet sich das Kolumba-Museum. Vom Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor errichtet liegt es hinter der ersten Häuserzeile auf der anderen Seite der Nord-Süd-Fahrt. Das Publikum, etwa 100 Gäste, stehen auf einem Steg, den Zumthor für die Besichtigung über die Ausgrabungen hinweg geführt hat. Dabei wird der Raum immer wieder neu ausgeleuchtet. Und um einen Raum handelt es sich, weil Zumthor das Kunststück vollbracht hat, diese Zone mit eigens nachgebrannten römischen Ziegeln so einzufassen, dass Spalten Licht und Luft durchlassen. Und damit hat er auch der Gnadenkapelle, dem kölnischen Ruinenmahnmal nach dem Krieg, und Reste der Kolumbakirche, die auf den jetzt freiliegenden römischen Fundamenten errichtet worden war, in den Bau integriert, ohne, dass sie ihren Ruinenstatus verloren hätten. Vom Publikumssteg aus liegen die Fenster der Kapelle im Rücken. Das alles ist ein fantastischer Raum für die Sehnsuchtsfantasien eines Liebenden, der einer Zigeunerin hinter her ist, um Liebe um ihrer selbst willen – frei von allen gesellschaftlichen Vorstellungen und Zwängen – zu erfahren. Im zweiten Stock dann beginnt Holst Drama mit Bernhard Leitners Installation Serpentinata. Das ist ein im Raum aufgebautes Plastikschlauchmonstrum mit Mikrofonen wie Saugnäpfe, das erst mal Geräusche vom Publikum in ein eigenartiges Rauschklangbild überträgt. Ein zunächst verwirrendes Tönen – weil das Ensemble und der Dirigent an der einen Seite des Raums aufgebaut ja regungslos warten. Was für ein Band wird hier abgefahren? Es ist die Kolumba-Kunst, die mittut!
Das letzte Duett tönt aus dem Foyer und zwei Etagen hinauf!« (Sabine Weber, Liebe finden in Ruinen – Leben schenken im Kunstobjekt! Die Kölner Oper gibt Janaceks Tagebuch eines Verschollenen und Holsts Savitri im Kölner Kolumba-Museum, in: Klassikfavori, 01.06.15)
 

 
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KOLUMBA :: Kritiken :: Klassikfavori

»Quasi vis-à-vis der Kölner Oper befindet sich das Kolumba-Museum. Vom Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor errichtet liegt es hinter der ersten Häuserzeile auf der anderen Seite der Nord-Süd-Fahrt. Das Publikum, etwa 100 Gäste, stehen auf einem Steg, den Zumthor für die Besichtigung über die Ausgrabungen hinweg geführt hat. Dabei wird der Raum immer wieder neu ausgeleuchtet. Und um einen Raum handelt es sich, weil Zumthor das Kunststück vollbracht hat, diese Zone mit eigens nachgebrannten römischen Ziegeln so einzufassen, dass Spalten Licht und Luft durchlassen. Und damit hat er auch der Gnadenkapelle, dem kölnischen Ruinenmahnmal nach dem Krieg, und Reste der Kolumbakirche, die auf den jetzt freiliegenden römischen Fundamenten errichtet worden war, in den Bau integriert, ohne, dass sie ihren Ruinenstatus verloren hätten. Vom Publikumssteg aus liegen die Fenster der Kapelle im Rücken. Das alles ist ein fantastischer Raum für die Sehnsuchtsfantasien eines Liebenden, der einer Zigeunerin hinter her ist, um Liebe um ihrer selbst willen – frei von allen gesellschaftlichen Vorstellungen und Zwängen – zu erfahren. Im zweiten Stock dann beginnt Holst Drama mit Bernhard Leitners Installation Serpentinata. Das ist ein im Raum aufgebautes Plastikschlauchmonstrum mit Mikrofonen wie Saugnäpfe, das erst mal Geräusche vom Publikum in ein eigenartiges Rauschklangbild überträgt. Ein zunächst verwirrendes Tönen – weil das Ensemble und der Dirigent an der einen Seite des Raums aufgebaut ja regungslos warten. Was für ein Band wird hier abgefahren? Es ist die Kolumba-Kunst, die mittut!
Das letzte Duett tönt aus dem Foyer und zwei Etagen hinauf!« (Sabine Weber, Liebe finden in Ruinen – Leben schenken im Kunstobjekt! Die Kölner Oper gibt Janaceks Tagebuch eines Verschollenen und Holsts Savitri im Kölner Kolumba-Museum, in: Klassikfavori, 01.06.15)