Kolumba
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22. Oktober 1999 bis 1. März 2000
Andor Weininger – Weimar ... New York
Wiederbegegnung mit Unbekanntem – Teil 14

Er war kein Bauhaus-Meister und doch ein Meister am Bauhaus; als Gründer und Leiter der Bauhaus-Band war er der Mittelpunkt bei den Festen und länger an der Schule als viele ihrer berühmten Lehrer. Der gebürtige Ungar Andor Weininger studierte ab 1921 in Weimar bei Johannes Itten und Wassily Kandinsky und gehörte zum Kreis derjenigen, die parallel Theo van Doesburgs private De Stijl-Kurse besuchten. Walter Gropius holte ihn 1925 an das nach Dessau übergesiedelte Institut zurück: »das ganze bauhaus und ich selbst wünschen es, dass sie möglichst bald wieder zu uns kommen«. Weininger erfüllte mit seinem Charme und seiner Vitalität die Funktion eines »Verbindungsgliedes« zwischen allen Bauhäuslern und prägte maßgeblich die von seinem Freund Oskar Schlemmer geleitete Bauhaus-Bühne. Er lernte die Studentin Eva Fernbach kennen, die in der Tischlerei-Werkstatt mit Marcel Breuer und später mit Josef Albers zusammenarbeitete. Beide ließen sich Mitte 1928 in Berlin als selbständige Gestalter nieder und heirateten 1931. Mit dem Beginn des Nazi-Regimes nahm ihre aussichtsreiche Entwicklung eine schicksalhafte Wendung. Weininger durfte als Ausländer keine Aufträge mehr annehmen und konnte sein künstlerisches Werk nur im Verborgenen weiterentwickeln. 1938 sahen sie sich endgültig zur Emigration in die Niederlande gezwungen, wo sie unter schwierigsten Umständen die Kriegs- und unmittelbare Nachkriegszeit überstanden. Da ihm die Einreise in die USA verwehrt wurde, siedelten sie 1951 nach Toronto über. Erst 1958 konnten sie sich in New York niederlassen, wo Andor Weininger 1986 verstarb. Zu seinem 100. Geburtstag zeigen wir erstmals einen Querschnitt durch 234 ausgewählte Arbeiten, die Eva Weininger dem Diözesanmuseum geschenkt hat. Unsere letzte Ausstellung in diesem Jahrhundert gilt einem Werk, das in der permanenten Befragung seiner konstruktivistischen Anfänge und parallel zu einer surrealistischen Phase die ungebrochene Aktualität der Moderne unter Beweis stellt.

(Buchpublikation)


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2017 Marek Poliks
2017 Eric Hattan
2017 Büro für ...
2017 Barthel Bruyn
2016 Street Art-Projekt
2016 Kurt Benning
2016 Über das Individuum

2016 Bethan Huws
2015 Shopmovies
2015 Anna & Bernhard Blume
2015 Der rote Faden

2015 Museum für Zeichnung
2015 Birgit Antoni: Kino
2014 Schwindel der Wirklichkeit
2014 playing by heart

2014 Achim Lengerer
2014 Bruno Jakob
2013 zeigen verhüllen verbergen

2013 Eucharistie
2013 Norbert Schwontkowski
2013 Pascal Schwaighofer
2012 Art is Liturgy – Paul Thek

2012 Leiko Ikemura
2012 Volker Saul
2012 Jaromir Novotny
2011 Birgit Antoni
2011 denken

2011 Philipp Wewerka
2011 Kunst-Station St. Peter
2010 Mischa Kuball
2010 Noli me tangere!

2010 Heinrich Küpper
2010 Robert Haiss
2010 Renate Köhler
2010 Georg Baumgarten
2009 Stefan Wewerka
2009 Hinterlassenschaft

2009 Koho Mori-Newton
2009 Hermann Abrell
2008 Heiner Binding
2008 Der Mensch verlässt die Erde

2007 Der unendliche Raum…

2006 Im Garten der Wirklichkeit II
2006 Werner Schriefers
2006 Im Garten der Wirklichkeit I
2005 Schenkung Egner
2005 Leiko Ikemura
2005 Arma Christi
2005 Hans Josephsohn
2005 Die koptischen Textilien
2005 Birgit Antoni
2004 Monika Bartholomé
2004 Max Cole
2003 Reliquienkreuze
2004 Heinrich Küpper
2003 Martin Frommelt
2003 150 Jahre!
2002 Attila Kovács
2002 Herbert Falken
2002 Peter Tollens
2001 ars vivendi
2001 Peter Zumthor
2000 Volumen
2000 walkmen
2000 Die Schenkung Härle
2000 Kinderzeichnungen
2000 Über die Wirklichkeit
1999 Andor Weininger
1999 Joseph Marioni
1999 Andy Warhol
1998 Kunsthalle Baden-Baden
1998 Glaube und Wissen
1998 Stephan Baumkötter
1998 Bernd Ikemann
1998 Kabakov Pane u.a.
1998 Hildegard Domizlaff
1997 Cage Tsangaris u.a.
1997 Richard Serra
1997 Manos Tsangaris
1997 Kunst-Station
1997 Klaus vom Bruch
1997 Über den Ort: Kolumba
1996 Über die Ambivalenz
1996 Chris Newman
1996 Peter Tollens
1996 Wolfgang Laib
1996 Über die Farbe
1995 Frühchristliche Kunst
1995 Mischa Kuball
1995 Palast der Kunst
1995 Horn Falken Michals, u.a.
1995 Monika Bartholomé
1993 Tápies Thek Tuttle u.a.
1992 Vaticana
 

 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Ausstellungen :: 1999 Andor Weininger

22. Oktober 1999 bis 1. März 2000
Andor Weininger – Weimar ... New York
Wiederbegegnung mit Unbekanntem – Teil 14

Er war kein Bauhaus-Meister und doch ein Meister am Bauhaus; als Gründer und Leiter der Bauhaus-Band war er der Mittelpunkt bei den Festen und länger an der Schule als viele ihrer berühmten Lehrer. Der gebürtige Ungar Andor Weininger studierte ab 1921 in Weimar bei Johannes Itten und Wassily Kandinsky und gehörte zum Kreis derjenigen, die parallel Theo van Doesburgs private De Stijl-Kurse besuchten. Walter Gropius holte ihn 1925 an das nach Dessau übergesiedelte Institut zurück: »das ganze bauhaus und ich selbst wünschen es, dass sie möglichst bald wieder zu uns kommen«. Weininger erfüllte mit seinem Charme und seiner Vitalität die Funktion eines »Verbindungsgliedes« zwischen allen Bauhäuslern und prägte maßgeblich die von seinem Freund Oskar Schlemmer geleitete Bauhaus-Bühne. Er lernte die Studentin Eva Fernbach kennen, die in der Tischlerei-Werkstatt mit Marcel Breuer und später mit Josef Albers zusammenarbeitete. Beide ließen sich Mitte 1928 in Berlin als selbständige Gestalter nieder und heirateten 1931. Mit dem Beginn des Nazi-Regimes nahm ihre aussichtsreiche Entwicklung eine schicksalhafte Wendung. Weininger durfte als Ausländer keine Aufträge mehr annehmen und konnte sein künstlerisches Werk nur im Verborgenen weiterentwickeln. 1938 sahen sie sich endgültig zur Emigration in die Niederlande gezwungen, wo sie unter schwierigsten Umständen die Kriegs- und unmittelbare Nachkriegszeit überstanden. Da ihm die Einreise in die USA verwehrt wurde, siedelten sie 1951 nach Toronto über. Erst 1958 konnten sie sich in New York niederlassen, wo Andor Weininger 1986 verstarb. Zu seinem 100. Geburtstag zeigen wir erstmals einen Querschnitt durch 234 ausgewählte Arbeiten, die Eva Weininger dem Diözesanmuseum geschenkt hat. Unsere letzte Ausstellung in diesem Jahrhundert gilt einem Werk, das in der permanenten Befragung seiner konstruktivistischen Anfänge und parallel zu einer surrealistischen Phase die ungebrochene Aktualität der Moderne unter Beweis stellt.

(Buchpublikation)