Kolumba
Kolumbastraße 4
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8. April – 22. August 2016
Bethan Huws: Culture, Language & Thought (Kultur, Sprache & Denken)
Eröffnung: 7. April, 19 Uhr

Die Literaturtheorie hat für die Wechselbeziehungen zwischen einzelnen Erzählungen und Texten eine bildhafte Metapher gefunden: Sie geht davon aus, dass alle Texte untereinander in einem dialogischen Verhältnis stehen. Jeder Text nimmt andere Texte in sich auf und verändert deren Bedeutungen, so dass jeder Text als ein »Gewebe aus Zitaten« (Roland Barthes) verstanden werden kann. Mit dem Bild des Gewebes, der Intertextualität, lässt sich auch die künstlerische Praxis von Bethan Huws umschreiben. Das Verweisen, Anspielen, Aneignen, Zitieren und Verknüpfen ist ein zentrales Moment in ihrem Schaffen. In der Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte – seit über zehn Jahren beschäftigt sie sich mit dem Werk von Marcel Duchamp – und der Lektüre u.a. von Beckett, Joyce, Apollinaire und Mallarmé versucht sie abzuschreiten und zu ermessen, was ihr eigenes Denken bewegt. Es geht ihr dabei nie nur um eine kunstinterne Auseinandersetzung, sondern um sinnlich-gedankliche Anregungen, die auch Biografisches, Erinnertes und Gefühltes mit einschließen. In einem kontinuierlichen Prozess der Selbstvergewisserung erforscht sie die Fragilität unserer Evidenzen, sucht nach dem Fundament und den Gesetzmäßigkeiten, die die Wirklichkeit zusammenhalten.
Die Sprache liegt ihrem Werk nicht nur als Struktur zugrunde. Sie dient ihr auch als Instrument des Auslotens, als Werkzeug zur Erforschung von Orten, Gegenständen oder gedanklichen Konzepten, oder – in der Tradition Marcel Duchamps – als Vehikel der Bedeutungsverschiebung. Sie macht sich das produktive Potential der Sprache zu Eigen, arbeitet entlang ihrer Risse und poetischen Öffnungen, nutzt Wortspiele, Gleichklang, Missverständnisse und Mehrdeutigkeiten, um die Gegenstände aus dem Korsett der Konventionalität zu befreien und mit neuen Assoziationen aufzuladen. Die mit höchster Präzision ausgeführten Artefakte – Zeichnungen, Objekte, Filme, Textarbeiten – funktionieren dabei wie Katalysatoren: der eigentliche künstlerische Akt liegt im Reflektieren, das vom Betrachter auf assoziative Weise nachvollzogen und weiterentwickelt werden kann.
Für die Ausstellung in Kolumba kombiniert sie ihre eigenen Arbeiten mit ausgewählten Werken aus der laufenden Ausstellung und aus der Sammlung. Sie schafft ein zusammenhängendes System von Korrespondenzen, in dem eigene und fremde Werke ohne vorgegebene Hierarchien miteinander in Beziehung treten. Dabei unterzieht sie das Bestehende einer feinen Revision, ermöglicht ein Neu-Sehen dessen, was im Laufe der Zeit selbstverständlich geworden, jedoch noch nicht ausgeschöpft, geschweige denn restlos verstanden worden ist. Für den Innenhof von Kolumba entwickelt Bethan Huws eine ortsspezifische Arbeit, die zum Ausstellungsende im August eingeweiht und ab da permanent installiert sein wird.

Bethan Huws ist 1961 in Bangor, Wales geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Veranstaltungen
Mittwoch, 6. Juli, 18 Uhr
Werkgespräch zur Ausstellung von Bethan Huws, moderiert von Barbara von Flüe

Sonntag, 21. August 2016, 15 Uhr:
Künstlergespräch
Hans Rudolf Reust im Gespräch mit Bethan Huws (in engl. Sprache)
Hans Rudolf Reust ist Kunstkritiker (Artforum, Parkett, Kunstbulletin etc.) und leitet zusammen mit Anselm Stalder den Studiengang Fine Arts an der Hochschule der Künste in Bern


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Kunstmuseum
des Erzbistums Köln

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2017 Eric Hattan
2017 Büro für ...
2017 Barthel Bruyn
2016 Street Art-Projekt
2016 Kurt Benning
2016 Über das Individuum

2016 Bethan Huws
2015 Shopmovies
2015 Anna & Bernhard Blume
2015 Der rote Faden

2015 Museum für Zeichnung
2015 Birgit Antoni: Kino
2014 Schwindel der Wirklichkeit
2014 playing by heart

2014 Achim Lengerer
2014 Bruno Jakob
2013 zeigen verhüllen verbergen

2013 Eucharistie
2013 Norbert Schwontkowski
2013 Pascal Schwaighofer
2012 Art is Liturgy – Paul Thek

2012 Leiko Ikemura
2012 Volker Saul
2012 Jaromir Novotny
2011 Birgit Antoni
2011 denken

2011 Philipp Wewerka
2011 Kunst-Station St. Peter
2010 Mischa Kuball
2010 Noli me tangere!

2010 Heinrich Küpper
2010 Robert Haiss
2010 Renate Köhler
2010 Georg Baumgarten
2009 Stefan Wewerka
2009 Hinterlassenschaft

2009 Koho Mori-Newton
2009 Hermann Abrell
2008 Heiner Binding
2008 Der Mensch verlässt die Erde

2007 Der unendliche Raum…

2006 Im Garten der Wirklichkeit II
2006 Werner Schriefers
2006 Im Garten der Wirklichkeit I
2005 Schenkung Egner
2005 Leiko Ikemura
2005 Arma Christi
2005 Hans Josephsohn
2005 Die koptischen Textilien
2005 Birgit Antoni
2004 Monika Bartholomé
2004 Max Cole
2003 Reliquienkreuze
2004 Heinrich Küpper
2003 Martin Frommelt
2003 150 Jahre!
2002 Attila Kovács
2002 Herbert Falken
2002 Peter Tollens
2001 ars vivendi
2001 Peter Zumthor
2000 Volumen
2000 walkmen
2000 Die Schenkung Härle
2000 Kinderzeichnungen
2000 Über die Wirklichkeit
1999 Andor Weininger
1999 Joseph Marioni
1999 Andy Warhol
1998 Kunsthalle Baden-Baden
1998 Glaube und Wissen
1998 Stephan Baumkötter
1998 Bernd Ikemann
1998 Kabakov Pane u.a.
1998 Hildegard Domizlaff
1997 Cage Tsangaris u.a.
1997 Richard Serra
1997 Manos Tsangaris
1997 Kunst-Station
1997 Klaus vom Bruch
1997 Über den Ort: Kolumba
1996 Über die Ambivalenz
1996 Chris Newman
1996 Peter Tollens
1996 Wolfgang Laib
1996 Über die Farbe
1995 Frühchristliche Kunst
1995 Mischa Kuball
1995 Palast der Kunst
1995 Horn Falken Michals, u.a.
1995 Monika Bartholomé
1993 Tápies Thek Tuttle u.a.
1992 Vaticana
 

 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Ausstellungen :: 2016 Bethan Huws

8. April – 22. August 2016
Bethan Huws: Culture, Language & Thought (Kultur, Sprache & Denken)
Eröffnung: 7. April, 19 Uhr

Die Literaturtheorie hat für die Wechselbeziehungen zwischen einzelnen Erzählungen und Texten eine bildhafte Metapher gefunden: Sie geht davon aus, dass alle Texte untereinander in einem dialogischen Verhältnis stehen. Jeder Text nimmt andere Texte in sich auf und verändert deren Bedeutungen, so dass jeder Text als ein »Gewebe aus Zitaten« (Roland Barthes) verstanden werden kann. Mit dem Bild des Gewebes, der Intertextualität, lässt sich auch die künstlerische Praxis von Bethan Huws umschreiben. Das Verweisen, Anspielen, Aneignen, Zitieren und Verknüpfen ist ein zentrales Moment in ihrem Schaffen. In der Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte – seit über zehn Jahren beschäftigt sie sich mit dem Werk von Marcel Duchamp – und der Lektüre u.a. von Beckett, Joyce, Apollinaire und Mallarmé versucht sie abzuschreiten und zu ermessen, was ihr eigenes Denken bewegt. Es geht ihr dabei nie nur um eine kunstinterne Auseinandersetzung, sondern um sinnlich-gedankliche Anregungen, die auch Biografisches, Erinnertes und Gefühltes mit einschließen. In einem kontinuierlichen Prozess der Selbstvergewisserung erforscht sie die Fragilität unserer Evidenzen, sucht nach dem Fundament und den Gesetzmäßigkeiten, die die Wirklichkeit zusammenhalten.
Die Sprache liegt ihrem Werk nicht nur als Struktur zugrunde. Sie dient ihr auch als Instrument des Auslotens, als Werkzeug zur Erforschung von Orten, Gegenständen oder gedanklichen Konzepten, oder – in der Tradition Marcel Duchamps – als Vehikel der Bedeutungsverschiebung. Sie macht sich das produktive Potential der Sprache zu Eigen, arbeitet entlang ihrer Risse und poetischen Öffnungen, nutzt Wortspiele, Gleichklang, Missverständnisse und Mehrdeutigkeiten, um die Gegenstände aus dem Korsett der Konventionalität zu befreien und mit neuen Assoziationen aufzuladen. Die mit höchster Präzision ausgeführten Artefakte – Zeichnungen, Objekte, Filme, Textarbeiten – funktionieren dabei wie Katalysatoren: der eigentliche künstlerische Akt liegt im Reflektieren, das vom Betrachter auf assoziative Weise nachvollzogen und weiterentwickelt werden kann.
Für die Ausstellung in Kolumba kombiniert sie ihre eigenen Arbeiten mit ausgewählten Werken aus der laufenden Ausstellung und aus der Sammlung. Sie schafft ein zusammenhängendes System von Korrespondenzen, in dem eigene und fremde Werke ohne vorgegebene Hierarchien miteinander in Beziehung treten. Dabei unterzieht sie das Bestehende einer feinen Revision, ermöglicht ein Neu-Sehen dessen, was im Laufe der Zeit selbstverständlich geworden, jedoch noch nicht ausgeschöpft, geschweige denn restlos verstanden worden ist. Für den Innenhof von Kolumba entwickelt Bethan Huws eine ortsspezifische Arbeit, die zum Ausstellungsende im August eingeweiht und ab da permanent installiert sein wird.

Bethan Huws ist 1961 in Bangor, Wales geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Veranstaltungen
Mittwoch, 6. Juli, 18 Uhr
Werkgespräch zur Ausstellung von Bethan Huws, moderiert von Barbara von Flüe

Sonntag, 21. August 2016, 15 Uhr:
Künstlergespräch
Hans Rudolf Reust im Gespräch mit Bethan Huws (in engl. Sprache)
Hans Rudolf Reust ist Kunstkritiker (Artforum, Parkett, Kunstbulletin etc.) und leitet zusammen mit Anselm Stalder den Studiengang Fine Arts an der Hochschule der Künste in Bern