Kolumba
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16. September 2020
Durchfeuchtung des Backsteinmauerwerks
Stand der Sanierung

Vor ungefähr acht Jahren wurden an den Innenseiten der westlichen, schlagregenbelasteten Außenwände Ausblühungen und Abplatzungen des Lehmputzes festgestellt. Offenbar dringt durch feinste Haarrisse zwischen Backsteinen und Fugmörtel Regenwasser in den Wandquerschnitt ein.
Mit verschiedenen Spezialisten, Fachleuten und Bauphysikern wurden unterschiedliche Verfahren zur Behebung des Problems entwickelt und vor Ort bemustert. Eine vollflächige Abdichtung, die sogenannte Hydrophobierung als irreversible Maßnahme birgt das Risiko langfristiger Steinzerstörung bei Hinterlaufen und Frostsprengung. Der Ersatz der zu harten Mörtelfuge mit einem, auf die Elastizität des Backsteins abgestimmten Fugmaterial war in handwerklicher, durchführungstechnischer sowie ästhetisch befriedigender Weise nicht zu lösen. Erfolg versprach das Verschließen der Flankenabrisse zwischen Stein und Mörtel mittels Feinstzement-Injektion und anschließender Hydrophobierung der Fugen. Damit sollte das Mauerwerk insgesamt diffusionsoffen bleiben und der Feuchteeintrag stark verringert werden. Architekt Peter Zumthor hatte die Umsetzung dieser Lösung 2018 konstruktiv begleitet und war zuversichtlich, mit diesem Verfahren die geforderte Funktionalität des Mauerwerks langfristig sicherzustellen. Insgesamt wurden zwischen August 2018 und März 2019 2.420 m² Mauerwerk in der beschriebenen Art bearbeitet. Die Kosten für Planung, Bemusterung, gutachterliche Begleitung und die Sanierungsarbeiten selbst betrugen insgesamt 405.727,54 €.
Nach der winterlichen Regensaison zeigten sich in diesem Frühjahr 2020 allerdings erneute Abplatzungen des Lehmverputzes an den oberen Wandpartien in den sog. Turmräumen. Offenbar konnte mit den beschriebenen Maßnahmen der Feuchteeintrag in’s Mauerwerk nicht nachhaltig genug reduziert werden. Die unvermeidlichen thermischen Spannungen in der fugenlos aufgemauerten Gebäudehülle bauen sich trotz Mauerwerksarmierung über Krakeleerisse zwischen Backstein und Fugmörtel ab. Peter Zumthor ist über die Schäden informiert und wird Anfang November mit der Unterstützung von einschlägig erfahrenen Bauphysikern die Situation erkunden und Vorschläge zum weiteren Vorgehen unterbreiten. Die Gefahr einer Beeinträchtigung von Kunstwerken oder von gravierenden Bauteilschädigungen besteht aktuell nicht – gleichwohl muss verhindert werden, dass zukünftig weiter Schlagregen in den Bauteilquerschnitt eindringt.

Martin Struck
Erzdiözesanbaumeister
Erzbistum Köln
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Projekt
Aktuell (Sanierung)
Peter Zumthor
Beteiligte
Materialien
Sanierung 2016
Einweihung 2007
Baustelle 2007
Richtfest 2006
Baustelle 2006
Baustelle 2005
Baustelle 2004
Baustelle 2003
Grundsteinlegung 2003
Baustelle 2002
Werkstatt 2001
Wettbewerb 1997
Auslobungstext 1996
 

 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Architektur :: Aktuell (Sanierung)

16. September 2020
Durchfeuchtung des Backsteinmauerwerks
Stand der Sanierung

Vor ungefähr acht Jahren wurden an den Innenseiten der westlichen, schlagregenbelasteten Außenwände Ausblühungen und Abplatzungen des Lehmputzes festgestellt. Offenbar dringt durch feinste Haarrisse zwischen Backsteinen und Fugmörtel Regenwasser in den Wandquerschnitt ein.
Mit verschiedenen Spezialisten, Fachleuten und Bauphysikern wurden unterschiedliche Verfahren zur Behebung des Problems entwickelt und vor Ort bemustert. Eine vollflächige Abdichtung, die sogenannte Hydrophobierung als irreversible Maßnahme birgt das Risiko langfristiger Steinzerstörung bei Hinterlaufen und Frostsprengung. Der Ersatz der zu harten Mörtelfuge mit einem, auf die Elastizität des Backsteins abgestimmten Fugmaterial war in handwerklicher, durchführungstechnischer sowie ästhetisch befriedigender Weise nicht zu lösen. Erfolg versprach das Verschließen der Flankenabrisse zwischen Stein und Mörtel mittels Feinstzement-Injektion und anschließender Hydrophobierung der Fugen. Damit sollte das Mauerwerk insgesamt diffusionsoffen bleiben und der Feuchteeintrag stark verringert werden. Architekt Peter Zumthor hatte die Umsetzung dieser Lösung 2018 konstruktiv begleitet und war zuversichtlich, mit diesem Verfahren die geforderte Funktionalität des Mauerwerks langfristig sicherzustellen. Insgesamt wurden zwischen August 2018 und März 2019 2.420 m² Mauerwerk in der beschriebenen Art bearbeitet. Die Kosten für Planung, Bemusterung, gutachterliche Begleitung und die Sanierungsarbeiten selbst betrugen insgesamt 405.727,54 €.
Nach der winterlichen Regensaison zeigten sich in diesem Frühjahr 2020 allerdings erneute Abplatzungen des Lehmverputzes an den oberen Wandpartien in den sog. Turmräumen. Offenbar konnte mit den beschriebenen Maßnahmen der Feuchteeintrag in’s Mauerwerk nicht nachhaltig genug reduziert werden. Die unvermeidlichen thermischen Spannungen in der fugenlos aufgemauerten Gebäudehülle bauen sich trotz Mauerwerksarmierung über Krakeleerisse zwischen Backstein und Fugmörtel ab. Peter Zumthor ist über die Schäden informiert und wird Anfang November mit der Unterstützung von einschlägig erfahrenen Bauphysikern die Situation erkunden und Vorschläge zum weiteren Vorgehen unterbreiten. Die Gefahr einer Beeinträchtigung von Kunstwerken oder von gravierenden Bauteilschädigungen besteht aktuell nicht – gleichwohl muss verhindert werden, dass zukünftig weiter Schlagregen in den Bauteilquerschnitt eindringt.

Martin Struck
Erzdiözesanbaumeister
Erzbistum Köln