Kolumba
Kolumbastraße 4
D-50667 Köln
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Auszeichnungen
für Architektur, Museumskonzept, Ausstellungen,
Kunstvermittlung und Publikationen

German Design Award (2019)
Preisträger: glauben – Andachtsbildchen von A-Z
Der vom Rat für Formgebung vergebene German Design Award zeichnet innovative Produkte und Projekte, ihre Hersteller und Gestalter aus, die in der deutschen und internationalen Designlandschaft wegweisend sind. Dies garantiert die hochkarätig besetzte, internationale Jury. Der German Design Award entdeckt und präsentiert einzigartige Gestaltungstrends: ein Wettbewerb, der die designorientierte Wirtschaft voranbringt. | Jury-begründung (Winner »Books and Calendars«): Das Buch präsentiert eine riesige Sammlung von volkstümlichen Andachtsbildchen, wobei es ge-lingt, den komplexen Kontext fein und differenziert darzustellen. Eine faszinierende Publikation, die die Ikonen feiert und damit ein längst ver-gangenes Medium wieder ins Gedächtnis ruft. | Die Preisverleihung fand am 8. Februar 2019 in Frankfurt statt.

Nominierung zum Kulturereignis des Jahres (2018)
Der Kölner Kulturpreis wird seit 2010 jährlich vom Kölner Kulturrat e.V., der die Fördervereine und -Institutionen des Kulturbereichs in der Stadt Köln vereint, in vier Kategorien verliehen. Der Preis soll herausragende Leistungen und wegweisende Entwicklungen der Kultur in Köln würdigen. Das »Kulturereignis des Jahres« wird im Rahmen einer Bevölkerungsum-frage ermittelt. Die Befragten können aus einer Liste von zehn Ereignis-sen das Beste des vorhergehenden Jahres bestimmen. Die Vorauswahl erfolgt durch die Jury des Kölner Kulturpreises, die wiederum aus den verbliebenen besten drei gewählten Ereignissen einen Preisträger be-stimmt. Wichtige Kriterien sind die inhaltlich-künstlerische Konzeption so-wie die Akzeptanz beim Publikum. Beim »Kulturereignis des Jahres«, das sich ausschließlich auf Ereignisse von 2017 bezieht und nicht auf das laufende Jahr, ergab sich die Rangliste aus einer Umfrage unter den Lesern des »Kölner Stadt-Anzeiger« und der »Kölnischen Rundschau« sowie einem Votum der Jury. Wir freuen uns sehr über die Publikums-Nominierung der Ausstellung und gratulieren den ersten Preisträgern »cinepänz« für ihre nachhaltige Kulturarbeit mit Kindern.

Friedlieb Ferdinand Runge-Preis (2017)
Preisträger: Stefan Kraus
Der von der Stiftung Preussische Seehandlung vergebene »Friedlieb Ferdinand Runge-Preis für unkonventionelle Kunstvermittlung« wurde 1994 errichtet zur Würdigung außergewöhnlicher Verdienste um die Ver-mittlung von Kunst im deutschsprachigen Raum. Vergabe alle zwei Jahre nach Entscheid eines Einzeljurors. Keine Bewerbung möglich. Öffentliche Verleihung in der Berlinischen Galerie. Das Preisgeld dient neuen künst-lerischen Aktionen des Preisträgers. Preisträger waren u.a. Matthias Flügge (1994), Harald Szeemann (1997), Bernhard Leitner (2007), Ste-phanie Barron und Eckhard Gillen (2011). | Begründung der Jury: »Seit mehr als 25 Jahren ist Stefan Kraus mit Kunstvermittlung befasst. Zuerst im Kölnischen Kunstverein, dann seit 1991 im Kölner Erzbischöflichen Diözesanmuseum, das als Institution seit 2004 Kolumba heißt. Ein Ort der Kunst, der ganz auf die Gegenwart von Werken vertraut und auf die ästhetischen und geistigen Kräfte setzt, die allein aus ihrer konzentrierten Wahrnehmung entspringen können. Vermittlung ist im Verständnis von Stefan Kraus das Hervorrufen des „ästhetischen Augenblicks“ als einer nur der Kunst möglichen Erkenntnisform, die er als „existenzielle Erfah-rung von Menschlichkeit“ beschreibt. Didaktik, Erklärungen oder sprachli-che Vergegenwärtigungen können diesen an Werk und Raum und Zeit gebundenen Augenblick nicht ersetzen. Dass das Kolumba auf Spekta-kel und hohe Besucherzahlen erheischende Events ebenso verzichtet wie auf Audioguides und Texttafeln, resultiert aus dieser Haltung. Dazu gehört auch, dass ästhetische Bildung als notwendige Bedingung von Humanität früh beginnen muss und nie abgeschlossen sein kann. Kraus hat sein komplexes Verständnis von den aktuellen Aufgaben des Muse-ums in eindrucksvollen Texten dargelegt.« (Matthias Flügge, Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden). Die Preisverleihung fand am 14. November 2017 in der Berlinischen Galerie statt. Der überwiegende Teil des Preisgeldes wurde in die »Soziale Plastik Kolumba« investiert, d.h. an alle Mitarbeiter verteilt.

Die schönsten deutschen Bücher (2017)
Preisträger: glauben – Andachtsbildchen von A-Z
Unter 772 Einsendungen wurden in einem zweistufigen Verfahren und verteilt auf fünf Kategorien die 25 schönsten deutschen Bücher 2016 ausgewählt. | Begründung der Jury: »Maria mit dem Jesulein, gebettet auf Blümchen und Spitze, ragen bedächtig aus einer Ecke auf die Vor-derseite. Bei der Dreifaltigkeit aus Pastellblümchen, ziselierten Heiligen-scheinen und dem Untertitel »Andachtsbildchen von A–Z« läuten die Glocken: Kann das ernst gemeint sein? Der Einband unter dem Um-schlag, überzogen von feinmaschigem Gewebe mit leichtem Glanz, den Titel wiederholend und geprägt mit kupferfarbiger Folie, lässt an liturgi-sche Gewänder denken. Lachsrosafarbenes Vor- und Nachsatz und gleichfarbiges Papier für Register und Literaturverzeichnis in der Mitte des 2,3 Kilogramm gewichtigen Bandes kann als Metapher für unschuldiges Inkarnat gesehen werden. So viel Würde muss ernsthaft grundiert sein. Unter dem originellen Stichwort »Problem« erfährt man über die Aus-gangslage des Projektes, dass die Herausgeber aus dem Bestand des Kunstmuseums des Erzbistums Köln aus 30.000 Andachtsbildchen im-merhin 1503 herausgezogen haben. Was tun mit diesem Potpourri aus rührenden, aber irgendwie unbequemen Inventarstücken? Die lexikalisch geordneten Rubriken bringen die Bildchen durch kurze, prägnante Texte zum Sprechen. Undogmatische Bildanordnungen sorgen für luftige Dop-pelseiten; zurückhaltende wie funktionale Nummernverweise verzieren das Buchpapier; Details der in der Regel kleinformatigen Besinnungsdru-cke kommen auf ganzseitigen Schmuckseiten zur Geltung. Hier darf sich ein Medium katholischer Volksfrömmigkeit entfalten. Das Motiv auf dem amerikanischen Schutzumschlag ist als Ausschnitt einer großflächigen Collage aus vergrößerten Andachtsbildchen aufgefasst. Die überborden-de Ornamentik legt es uns ans Herz, den Umschlag, zum Poster aufgefal-tet, schön übers Bett zu hängen – als Ersatz für den Guten Hirten. (www.stiftung-buchkunst.de) | Die Preisverleihung erfolgte – parallel zum zehnten Kolumba-Geburtstag – am 14. September im Museum für Ange-wandte Kunst in Frankfurt. Der Preis wurde für das Kolumbateam von Ulrike Surmann und Miriam Verhey (Bearbeitung), sowie Bärbel Mess-mann (Buchgestaltung) und Georgios Michailoudis (Bildbearbeitung) ent-gegengenommen.

Nominierung zur Ausstellung des Jahres (2016)
Mit 11 weiteren Ausstellungen wurde unsere Ausstellung «me in a no-time state« von der Redaktion des Art-Magazins für den Preis der Aus-stellung des Jahres nominiert: »Mit diesem Preis ehren wir nun im zweiten Jahr das Handwerk des Ausstellungsmachens, dem wir so wichtige Ein-sichten, so tiefe Erlebnisse, so viel Genuss und manchmal auch produkti-ve Verstörungen verdanken. Die Art-Redaktion hat die Kuratorinnen und Kuratoren dieser zwolf herausragenden Ausstellungen des Kunstjahres in Deutschland, der Schweiz und Österreich nominiert. Eine Jury aus re-nommierten Fachleuten wird daraus den Sieger ermitteln. Verliehen wird der Art-Kuratorenpreis mit Unterstützung des Kölner Auktionshauses Van Ham während der Kunstmesse Art Cologne. Köln, Kolumba: Me in a no-time state. 10 Jahre Kolumba! Stefan Kraus und Team. Ein Museum, das anders funktioniert: Die Sonderausstellung ist hier der Dauerzustand. Zum 10-jährigen Bestehen mixt das Kolumba wieder Kunst mit Handwerk, Altes mit Neuem, Sammlung mit Leihgaben – diesmal zum Thema Indivi-duum« (Kuratorenpreis, Ausstellung des Jahres 2016, Art-Magazin, 2.2017, S.48). Die Preisverleihung fand am 26. April in Köln im Auktions-haus Van Ham statt. Der erste Preis ging an Daniel Grúň, Kathrin Rhom-berg und Georg Schöllhammer für die Ausstellung »Július Koller. One Man Anti Show« im Wiener Museum für Moderne Kunst.

Museum des Jahres (2013)
Preisträger: Mitarbeiter_innen von Kolumba
Die deutsche Sektion des internationalen Verbandes der Kunstkritiker (AICA) hat Kolumba zum "Museum des Jahres 2013" gekürt. In der Begründung heißt es, das Museum zeichne sich durch eine »hervorragende Architektur« sowie durch eine »qualitätvolle Sammlung aus, die den Bo-gen zwischen alter und zeitgenössischer Kunst spannt«. Außerdem gäbe es auch Künstlern eine Öffentlichkeit, "die gemeinhin wenig Medieninte-resse gewinnen.« (18. November 2013). Die Preisverleihung fand als öffentliche Veranstaltung am Montag, den 5. Mai 2014, in Kolumba statt. Bei gleicher Gelegenheit wurden auch der Preis für die beste Ausstellung (Museum Folkwang, Essen) und der Preis für die besondere Ausstellung (Museum Abteiberg, Mönchengladbach) vergeben. | Jurybegründung: »Jedes Jahr kürt die AICA Deutschland ein Museum, welches sich durch die Eigenständigkeit seines Programms auszeichnet und sich quer zu den herrschenden Trends zum Art-Entertainment verhält. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an ein Museum, dessen Sammlung auf das Jahr 1853 zurück geht und dessen Neubau, Sammlungserweiterung und Aus-stellungskonzept über Jahrzehnte hinweg bis ins letzte Detail ausgetüftelt wurde: das Kolumba Museum, heutiger Name des Erzbischöflichen Diö-zesanmuseums in Köln. Um 1990 fiel die Entscheidung, die alten kirchli-chen Bestände durch Werke zeitgenössischer Kunst zu erweitern, welche sich im weitesten Sinn mit christlichen Werten, mit dem Erhabenen, Numi-nosen oder auch nur mit dem Zeitlosen auseinandersetzen. Die 1991 vom Philosophen Walter Warnach geschenkte Beuys Arbeit Munitionskis-te mit „Kreuz mit Sonne“, Fichtenstamm mit „Berglampe“ legte die Latte hoch. So verstehen sich die zeitgenössischen Kunstwerke in einer Konti-nuität mit den alten Beständen. Tradition und Innovation treffen aufei-nander. Dies gilt auch für die außerordentliche Architektur des 2007 er-öffneten Museums von Peter Zumthor. Er hat einen sensiblen und diffe-renzierten Neubau um die Sammlung herum errichtet, mit verschieden hohen Räumen, die den Ausstellungsbedürfnissen der Sammlung und der jährlichen Sonderausstellung optimal entsprechen. Außerdem ermög-licht er die Begehung der darunter gelegenen Ruinen der Kirche von Sankt Kolumba, sodass eine Symbiose zwischen der im Krieg zerstörten Kirche und deren erzbischöflichen Sammlung entsteht. Das Kolumba Museum zielt auf Wahrnehmung und Beschaulichkeit: Keine Inszenie-rung durch Lichteffekte, sondern nur Tageslicht, wodurch die Kunstwerke gleichwertig präsentiert werden und es Sache des Besuchers ist, selbst seine Lieblinge auszuwählen. Keine Beschriftungen, sondern ein Be-gleitheft mit informativen Kurztexten zu den ausgestellten Werken. Sitz-gelegenheiten, aber keine störenden Führungen während der Öffnungs-zeiten, keine Cafeteria, kein Shop, aber ein Ticket gültig für den ganzen Tag, das wiederholtes Ein- und Ausgehen ermöglicht. Einmal pro Jahr wird die Sammlung nach thematischen Kriterien neu geordnet. In diesem Jahr ist es der Schrein. Es findet eine einzige monografische Ausstellung pro Jahr statt, die den Fokus auf einen thematisch mit der Sammlung verbundenen Künstler legt. Die Ausstellung wird von einer wissenschaft-lich durchdachten und aufwendig gestalteten Publikation begleitet. Um die Kontinuität von Ausstellung zu Ausstellung zu untermauern, werden Werke der Sonderausstellung des Vorjahres in die Sammlungsschau integriert. Das Begleitprogramm wiederum beleuchtet verschiedene As-pekte der Sonderausstellung. Zusammenfassend zeichnet sich das Ko-lumba Museum durch eine hervorragende Architektur aus, durch eine qualitätvolle Sammlung, die den Bogen zwischen alter und zeitgenössi-scher Kunst spannt, durch ein stringentes Ausstellungskonzept, das Hand in Hand mit der Sammlung geht und Künstler vorstellt, die an der Peripherie des Medieninteresses liegen. Alles ist auf Beschaulichkeit und Wahrnehmung ausgerichtet, auf die Erziehung zur Langsamkeit des Se-hens – wahrlich ein Museum gegen die Hektik der Zeit, in diesem Sinne ein Museum gegen den Strich und genau das, was AICA zu würdigen schätzt.« Koblenz, Danièle Perrier 2013 (Quelle: www.aica.de)

Große Nike des BDA (2013)
Preisträger: Peter Zumthor & Partner und Erzbistum Köln
Zum dritten Mal verleiht der BDA mit der »Nike« einen Preis, der deutsch-landweit Architekten und Bauherren für herausragende Leistungen in Architektur und Städtebau würdigt. In sechs Kategorien, die wesentliche Elemente architek–tonischer und stadträumlicher Qualität beschreiben, wird jeweils eine »Nike« verliehen. Die »Große Nike«, eine von Wieland Förster geschaffene Plastik, ehrt das bemerkenswerteste Projekt der letz-ten Jahre.
Juryvotum:» Es ist ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Ort: Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Peter Zumthor schuf hier eine Raumkomposition, die - in der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes - ganz unterschiedliche Elemente zu einem Ganzen, Unver-wechselbaren zusammenfügt. Der Besucher dieses Museums betritt eine eigene Welt, in der unmittelbar die laute umgebende Stadt vergessen ist und die Zeugnisse der gebauten Vergangenheit, erhellt durch vereinzelt einfallende Lichtstrahlen, in den Dialog mit dem anspruchsvollen Konzept des Kunstmuseums für das Erzbistum treten. Exakt nimmt der Neubau die Fluchtlinien der gotischen Kirche St. Kolumba auf und integriert das Bestehende. Die Fassade des neuen Museums wächst auf den vorhan-denen Grundmauern. Die von Gottfried Böhm erbaute Kapelle »Madon-na in den Trümmern« aus den fünfziger Jahren wird mit einem separaten Eingang eingehaust. Sie steht in einer Ruinenlandschaft mit Fundamen-ten der Vorgängerkirchen. Diese Ruinenlandschaft, als größter und ein-zigartiger Ausstellungsraum, wird durch die perforierte Filterstruktur der Klinker-Fassade beleuchtet. Über diesem zentralen Raum scheint das eigentliche Museum, getragen von zwölf Meter hohen Stahlstützen, zu schweben und verwandelt dadurch das Ausgrabungsfeld in einen sakral wirkenden Ort der Andacht und Einkehr. So fügt sich das Alte, Gerettete mit dem Neuen zu architektonisch gefasster Geschichte. Erhaben prä-sentiert sich das Innere des Ausstellungshauses im Obergeschoss als eine Komposition aus Licht, Material und Raum. In helles Tageslicht ge-hüllte Ausstellungssäle und künstlich beleuchtete Kabinette, weite und enge Öffnungen, intime Kunstbetrachtungen und gezielte Ausblicke auf die Stadt wechseln sich ab. Peter Zumthor trifft in dem Gebäude Kolum-ba auf die grundlegenden Fragen der Architektur, bezogen auf Raum, Zeit, Material und Stadtgestalt. Seine Antwort inspiriert auf wunderbare Weise zum Sehen, zum Fühlen, zum Erleben und zum Nachdenken. Ko-lumba ist zu einem würdevollen Ort geworden durch Schlichtheit und eine sehr präzise Architektur, die in jedem Detail überzeugt.« | Die Preisverlei-hung fand am 21. Juni 2013 im Filmmuseum in Frankfurt statt. Laudator war Michael Frielinghaus | Jury: Prof. Andreas Emminger, johannsraum. Atelier für Architektur, Nürnberg; Michael Frielinghaus, BLFP Frielinghaus Architekten und Präsident BDA, Friedberg; Dr. Roman Hollenstein, Neue Zürcher Zeitung, Zürich; Prof. Françoise-Hélène Jourda, Jourda Architec-tes, Paris; Anne Kaestle, Duplex Architekten, Zürich; Ulla Luther, Staats-rätin a.D., Berlin; Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architektur-museum DAM, Frankfurt/Main

Nike für Atmosphäre (2013)
Preisträger: Peter Zumthor & Partner / Erzbistum Köln
Die »Nike für Atmosphäre« wird vom Bund Deutscher Architekten an eine Arbeit vergeben, die durch Gestalt und Anmutung, durch Material-, Licht- oder Farbgestaltung einen in sich stimmigen, besonderen atmosphäri-schen Eindruck in der inneren oder äußeren räumlichen Wirkung vermit-telt.
Juryvotum: Das Kunstmuseum des Erzbistums Köln versteht sich als »le-bendes Museum«: Das Präsentationskonzept zeigt Arbeiten aus ver-schiedenen Kunstepochen in wechselnden »Gegenüberstellungen«, unabhängig von stilgeschichtlichen oder medialen Zusammenhängen. Im Zentrum der Rezeption des Betrachters steht der direkte Dialog mit der Kunst. Die Architektur des Gebäudes spiegelt diese anspruchsvolle Idee des Dialogs mit ihren Mitteln. Sie ist eine atmosphärisch dichte Komposi-tion aus Geschichte und Gegenwart, die mit starken Raumeindrücken und sorgfältig ausgeführten Details eine große Faszination hervorruft. Den Ausstellungsräumen gemeinsam ist die Schlichtheit der Materialien: Backstein, Mörtel und Lehmputz sowie Naturstein, Terrazzo und geglätte-ter Estrich auf den Böden. Die Askese und Eleganz des Inneren setzen sich im Stadtraum fort. Hier entfaltet das Museum gestalterische Kraft mit seinem perforierten Fries und den großen Glasflächen. Für die Fassade wurde eigens ein Ziegel im Römerflachformat entwickelt, der sich an dem ockergrauen Sandstein der Ruinenreste von St. Kolumba orientiert. Mate-rialwahl, Lichtführung und sorgfältig komponierte Raumfolgen laden die Besucher des Museums zum meditativen Sehen der Räume, der Kunst und der Stadt ein. | Die Preisverleihung fand am 21. Juni 2013 im Film-museum in Frankfurt statt. Laudator war Michael Frielinghaus | Jury: Prof. Andreas Emminger, johannsraum. Atelier für Architektur, Nürnberg; Mi-chael Frielinghaus, BLFP Frielinghaus Architekten und Präsident BDA, Friedberg; Dr. Roman Hollenstein, Neue Zürcher Zeitung, Zürich; Prof. Françoise-Hélène Jourda, Jourda Architectes, Paris; Anne Kaestle, Duplex Architekten, Zürich; Ulla Luther, Staatsrätin a.D., Berlin; Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum DAM, Frank-furt/Main

Architekturpreis NRW | 1.Preis (2011)
Preisträger: Peter Zumthor und Erzbistum Köln
Juryvotum: »Wer dieses Gebäude betreten hat, erfährt die Verzaube-rung, die Architektur auslösen kann. Die gelungene Komposition aus Geschichte und Gegenwart entfaltet eine sinnliche Kraft, die den Besu-cher gleichermaßen mit starken Raumeindrücken und feinen Details be-eindruckt. Materialwahl, Lichtführung und sorgfältig komponierte Raum-folgen sind zu einem großen Ganzen gefügt. Auch im Stadtraum vermit-telt der steinerne Baukörper die Kraft der Ruhe und integriert dabei fast spielerisch-selbstverständlich Fragmente des baulichen Erbes, den perfo-rierten Fries der Steine und die großen Glasflächen zu einem ausdrucks-starken Gebäude der Gegenwart. Nachhaltig ist das Erlebnis der Begeg-nung.« (BDA Landesverband Nordrhein-Westfalen (Hg.), Baukultur in NRW 2012, Köln 2011, S.14). | Jury: Prof. Claus Anderhalten (Architekt, Berlin), Dr. Wolfgang Bachmann (Journalist, München), Achim Dahlheimer (Landesregierung Düsseldorf), Prof. Almut Grüntuch-Ernst Architekt, (Ber-lin), Ansgar Schulz (Architekt, Leipzig), sowie beratend: Martin Halfmann (Architekt, Landesvorsitzender des BDA, Köln). | Der Preis wurde am 19. September 2011 bei einem Festakt im Maxhaus in Düsseldorf vergeben. Für den Preisträger waren anwesend: Generalvikar Dr. Schwaderlapp, Diözesanbaumeister Martin Struck, Museumsdirektor Dr. Stefan Kraus.

Kölner Architekturpreis (2010)
Preisträger: Peter Zumthor / Erzbistum Köln
Juryvotum: »Kein Gebäude wurde so diskussionslos und einstimmig für die Auszeichnung nominiert wie das neue Museum Kolumba. Peter Zum-thors Bau ist ein Ausnahme-Museum, gerade weil es im Spektakelwett-kampf der Kulturbauten so spröde und kontemplativ auftritt. Mit Ausnah-me der stark gemaserten roten Holzvertäfelung im Lesezimmer sind alle Elemente dieses Kunstwerks still, respektvoll und sinnlich in Zurückhal-tung. Selbst die drei kräftigen Lichttürme im obersten Stockwerk, die den Kunstwerken eine aufwärtsstrebende Erhabenheit schenken, bleiben dabei rücksichtsvoll. Komponiert als eine Burg des Lichts und der wech-selnden Volumina, besteht dieses Ausstellungshaus aus unaufdringli-chen Sensationen. Jeder Saal des Aufstiegs durch die Kunst zeigt ande-re Proportionen und Beleuchtungsverhältnisse, dunkel und flach öffnet sich in weit und hell, künstlich beleuchtete Kabinette wechseln sich ab mit den von Tageslicht durchfluteten Sälen, die mit ihren großen Fenstern auch die Fassade strukturieren. Der Filterfries aus gelbem Klinker, der die Ausgrabungen in der alten St. Kolumba-Kirche beleuchtet, um deren Fundamente und Reste das Museum herumgearbeitet wurde, ist eine ebenso glückliche Erfindung von Zurückhaltung und Einkehr wie der »Klosterhof« hinter dem Eingang, der auf dem alten Friedhof einen Ort von geradezu spiritueller Kraft schafft. Auch im zeichen- und stilüberflute-ten Stadtraum zwischen Einkaufspassagen, WDR-Gebäude und Opern-platz erzeugt Zumthors protestantische Strenge einen Ruhepol, in dem die Reste der katholischen Architektur mit größter Sorge aufgehoben sind. Seine geniale Fähigkeit, den Geist der Sinn- und Antwortsuche, der Besinnung und der Demut in zeitlose haptische und optische Qualitäten zu übersetzen, lässt die Prophezeiung zu, dass Peter Zumthors Kolumba auch in hundert Jahren noch den Kölner Architekturpreis gewinnen wür-de.« ( Till Briegleb). | Auslober und Durchführung: Kölner Architekturpreis e. V.; Träger des Kölner Architekturpreises e.V: Architektur Forum Rhein-land (AFR)/ Bund Deutscher Architekten Köln (BDA)/ Deutscher Werk-bund Nordrhein-Westfalen (dwb NW)/ Kölnischer Kunstverein (KKV) | Ju-ry: Merlin Bauer, Künstler, Köln/ Till Briegleb, Journalist, Hamburg/ Birgit Rudacs, Architektin BDA, München/ Markus Schwieger, Architekt, Darm-stadt/ Carsten Venus, Architekt, Hamburg. Die Jurysitzung fand am 24. und 25. September 2010 statt. | Die Preisverleihung fand am 25. Sep-tember 2010 in den Spicherhöfen in Köln statt. Der Preis wurde stellver-tretend von Erzdiözesanbaumeister Martin Struck und Museumsleiter Stefan Kraus entgegen genommen.

Museumspreis der Kulturstiftung hbs (2009)
Preisträger: Kurator_innenteam von Kolumba
Aus der Laudatio von Gottfried Korff: »Ein Museum im Gegensinn – Ver-such einer Laudatio auf das Kuratorenteam von Kolumba: »Wir sind in einem Haus, dem es an Anerkennung nicht mangelt. Seit seiner Eröff-nung vor nicht einmal anderthalb Jahren hat es Aufmerksamkeit, breite Aufmerksamkeit gefunden. Es ist geradezu zur Metapher einer neuen Sicht auf das Museum geworden, einer Sicht, die durch wachsende mu-seologische Reflexion gekennzeichnet ist. Diese neue Sicht lässt sich als Reaktion auf einen lang anhaltenden, bis heute ungebremsten Boom lesen. Er hat in den letzten Jahren zu einer historisch unvergleichlichen Karriere des Museums geführt. Jüngst hat der Soziologe Heiner Treinen, Nestor der Museumsforschung in Deutschland, vom Museum als der – nach den elektronischen Medien – am stärksten expandierenden kulturel-len Institution im nordatlantischen Kulturkreis gesprochen. Ganz zweifel-los ist auch Kolumba ohne den Boom nicht zu denken. Aber wie aus dem ehrwürdigen Diözesanmuseum mit Kolumba ein Museum im Gegensinn, eine eigensinnige Kritik an den Mechanismen des Booms geworden ist ist mutig und staunenswert, vielgerühmt und beispielgebend – und zwar als Architektur und als expositorisches Format, so wie es das Kuratorenteam erdacht und erprobt hat und schon zum zweiten Mal gekonnt und erfolg-reich vorführt. Die kuratorische Leistung steht, so ist die Meinung der Jury dieser Auszeichnung, gleichranging und gleichwertig neben der architek-tonischen Tat.« Die Preisverleihung fand am 5. März 2009 in Kolumba statt. (vollständige Laudatio im Menü: Texte)

Hanns-Schaefer Preis (2008)
Haus- und Grundbesitzer Verein Köln
Preisträger: Erzbistum Köln
»Architekturpreise gibt es mehrere in Deutschland, wenn auch längst nicht so viele wie Literaturpreise. Was es aber kaum gibt, sind Preise für Bauherren, obwohl jeder Architekt weiß, dass ein Haus nur so gut werden kann, wie der Auftraggeber es zulässt. Es ist deshalb ein Signal, dass der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 den Hanns-Schaefer-Preis in diesem Jahr an einen Bauherrn vergeben hat, und zwar an Joachim Kardinal Meisner für das Kunstmuseum Kolumba des Schweizer Architekten Peter Zumthor (F.A.Z. vom 15.September). Die Laudatio auf den Preisträger hielt Andreas Rossmann, Feuilletonkorres-pondent dieser Zeitung in Nordrhein-Westfalen, der das Publikum ins Jahr 2088 entführte, in dem der Verein seinen zweihundertsten Geburts-tag feiert, und einen spekulativen Rückblick auf eine Stadtentwicklung in Köln gab, die, angeregt und ausgehend von Kolumba, zu einer folgen-reichen Allianz von Baumeistern und Bauherren und zu einer neuen Aufmerksamkeit für städtebauliche Belange geführt haben wird: 'Wenn der Umgang mit Architektur und die Haltung zur Stadt, wie sie Kolumba vorbildlich vorführt, auf das Bauen hier abfärben und Schule machen, dann muss einem bald um das Stadtbild von Köln nicht mehr bange sein.« (Kardinal Meisner als Bauherr geehrt, Frankfurter Allgemeine Zei-tung, 17.12.2008)

Architektur in Deutschland | 1. Preis (2008)
Deutsches Architektur Museum, Frankfurt
Preisträger: Peter Zumthor / Erzbistum Köln
Zum zweiten Mal vergibt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt den nicht dotierten, doch hoch angesehenen Preis für Architektur in Deutschland. Gleichzeitig mit dem Erscheinen des Deutschen Architektur Jahrbuchs, in dem das Projekt ausführlich gewürdigt wird, wird in Frank-furt eine Ausstellung eröffnet, die alle prämierten Projekte vorstellt. Das 2001 enstandene Holzmodell des Gebäudes bleibt danach als Dauer-leihgabe des Erzbistums in der Sammlung des DAM. | Juryvotum: »Peter Zumthors Museumsbau ist eine gültige Antwort auf die zunehmende Ver-spektakelung der Architektur. Die Archäologie, die hier als Spurensuche interpretiert wird, ist eine Archäologie nicht des Bodens, sondern des Geistes, nicht nur des Ortes, sondern auch seines Wesens« (Gerhard Matzig, Jury). »Architektur und Kunstwerke sind zu einer traumhaften, ebenso unkonventionellen wie unspektakulären Einheit verschmolzen. Man möchte wiederkommen, immer wieder.« (Ursula Baus, Jury) »Die Zeit ist der wichtigste Parameter bei diesem Haus. Genügend Zeit. Der Bau-herr hatte viel Zeit, der Architekt brauchte viel Zeit und nutzte sie aus.« (Peter Cachola Schmal, Jury). | Der Preis wurde am 16. Januar 2009 in einem Festakt im Deutschen Architekturmuseum verliehen. Anwesend waren Architekt Peter Zumthor, Diözesanbaumeister Martin Struck, Grün-dungsdirektor Joachim M. Plotzek und das Kuratorenteam von Kolumba: Stefan Kraus, Katharina Winnekes, Ulrike Surmann und Marc Steinmann.

Brick Award | 1. Preis (2008)
Preisträger: Peter Zumthor / Kolumba
Der Brick Award, dotiert mit insgesamt 21.000 Euro, zeichnet alle 2 Jahre zeitgenössische europäische Ziegelarchitektur aus und wird von dem Unternehmen Wienerberger veranstaltet. Eine internationale Jury renom-mierter Architekten und Architekturkritiker kürt die eingereichten Projekte. Würdigung: »Dieses Projekt, das sowohl innen als auch außen beeindru-ckend ist, wurde von einem der Jury-Mitglieder als ein 'Wunder' beschrie-ben. Die Jury war von der Beziehung zwischen den Altertümern und dem umgebenden Stadtgefüge sowie dem neuen Gebäude beeindruckt, und wusste insbesondere die Nebeneinanderstellung des vorhandenen Ge-steins und des neuen Mauerwerks mit all seinen Unzulänglichkeiten zu schätzen. Uns gefielen die ursprüngliche Verwendung der römischen Ziegel bzw. Kacheln und die Qualität des Lichts, das durch das Mauer-werk gefiltert wird und auf die Exponate und die archäologischen Über-reste fällt. Alles in allem ist dies ein eindrucksvolles Stück Architektur, das dazu bestimmt ist, sowohl eines der großen Wahrzeichen Kölns als auch ein großartiges Besuchserlebnis zu werden.« (George Ferguson, Vorsit-zender der Jury, in: brick '08, S.8)

Preis der Wüstenrot-Stiftung (2008)
Energieeffiziente Architektur in Deutschland
Anerkennung: Peter Zumthor / Kolumba
Der Gestaltungspreis »Energieeffiziente Architektur in Deutschland« der Wüstenrot Stiftung will Antworten auf die wichtigsten Fragen geben, die sich aktuell im Neubau und im Gebäudebestand zur Verbesserung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes stellen, so u. a.: Wie kann die immer teurer werdende Energie so effizient und umweltschonend wie möglich genutzt werden? Welchen Beitrag kann eine energieeffiziente und nachhaltige Planung, Gestaltung und Sanierung von Gebäuden zum Klimaschutz leisten? Welche Alternativen gibt es vor allem im Bereich der kreativen und intelligenten Nutzung regenerativer Energiequellen? Mit 324 Einsendungen aus ganz Deutschland bietet der nun entschiede-ne Gestaltungspreis der Wüstenrot Stiftung nicht nur einen aktuellen, sondern auch einen umfassenden Überblick zu dieser Bauaufgabe und zeigt vorbildhafte Lösungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Eine un-abhängige Jury hat unter dem Vorsitz von Prof. Manfred Hegger in meh-reren Sitzungen, zwischen denen die Gebäude der "Engeren Wahl" vor Ort besichtigt wurden, über die Vergabe des Gestaltungspreises und der Preisgelder in Höhe von insgesamt 50.000 Euro entschieden.
 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Info :: Auszeichnungen

Auszeichnungen
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German Design Award (2019)
Preisträger: glauben – Andachtsbildchen von A-Z
Der vom Rat für Formgebung vergebene German Design Award zeichnet innovative Produkte und Projekte, ihre Hersteller und Gestalter aus, die in der deutschen und internationalen Designlandschaft wegweisend sind. Dies garantiert die hochkarätig besetzte, internationale Jury. Der German Design Award entdeckt und präsentiert einzigartige Gestaltungstrends: ein Wettbewerb, der die designorientierte Wirtschaft voranbringt. | Jury-begründung (Winner »Books and Calendars«): Das Buch präsentiert eine riesige Sammlung von volkstümlichen Andachtsbildchen, wobei es ge-lingt, den komplexen Kontext fein und differenziert darzustellen. Eine faszinierende Publikation, die die Ikonen feiert und damit ein längst ver-gangenes Medium wieder ins Gedächtnis ruft. | Die Preisverleihung fand am 8. Februar 2019 in Frankfurt statt.

Nominierung zum Kulturereignis des Jahres (2018)
Der Kölner Kulturpreis wird seit 2010 jährlich vom Kölner Kulturrat e.V., der die Fördervereine und -Institutionen des Kulturbereichs in der Stadt Köln vereint, in vier Kategorien verliehen. Der Preis soll herausragende Leistungen und wegweisende Entwicklungen der Kultur in Köln würdigen. Das »Kulturereignis des Jahres« wird im Rahmen einer Bevölkerungsum-frage ermittelt. Die Befragten können aus einer Liste von zehn Ereignis-sen das Beste des vorhergehenden Jahres bestimmen. Die Vorauswahl erfolgt durch die Jury des Kölner Kulturpreises, die wiederum aus den verbliebenen besten drei gewählten Ereignissen einen Preisträger be-stimmt. Wichtige Kriterien sind die inhaltlich-künstlerische Konzeption so-wie die Akzeptanz beim Publikum. Beim »Kulturereignis des Jahres«, das sich ausschließlich auf Ereignisse von 2017 bezieht und nicht auf das laufende Jahr, ergab sich die Rangliste aus einer Umfrage unter den Lesern des »Kölner Stadt-Anzeiger« und der »Kölnischen Rundschau« sowie einem Votum der Jury. Wir freuen uns sehr über die Publikums-Nominierung der Ausstellung und gratulieren den ersten Preisträgern »cinepänz« für ihre nachhaltige Kulturarbeit mit Kindern.

Friedlieb Ferdinand Runge-Preis (2017)
Preisträger: Stefan Kraus
Der von der Stiftung Preussische Seehandlung vergebene »Friedlieb Ferdinand Runge-Preis für unkonventionelle Kunstvermittlung« wurde 1994 errichtet zur Würdigung außergewöhnlicher Verdienste um die Ver-mittlung von Kunst im deutschsprachigen Raum. Vergabe alle zwei Jahre nach Entscheid eines Einzeljurors. Keine Bewerbung möglich. Öffentliche Verleihung in der Berlinischen Galerie. Das Preisgeld dient neuen künst-lerischen Aktionen des Preisträgers. Preisträger waren u.a. Matthias Flügge (1994), Harald Szeemann (1997), Bernhard Leitner (2007), Ste-phanie Barron und Eckhard Gillen (2011). | Begründung der Jury: »Seit mehr als 25 Jahren ist Stefan Kraus mit Kunstvermittlung befasst. Zuerst im Kölnischen Kunstverein, dann seit 1991 im Kölner Erzbischöflichen Diözesanmuseum, das als Institution seit 2004 Kolumba heißt. Ein Ort der Kunst, der ganz auf die Gegenwart von Werken vertraut und auf die ästhetischen und geistigen Kräfte setzt, die allein aus ihrer konzentrierten Wahrnehmung entspringen können. Vermittlung ist im Verständnis von Stefan Kraus das Hervorrufen des „ästhetischen Augenblicks“ als einer nur der Kunst möglichen Erkenntnisform, die er als „existenzielle Erfah-rung von Menschlichkeit“ beschreibt. Didaktik, Erklärungen oder sprachli-che Vergegenwärtigungen können diesen an Werk und Raum und Zeit gebundenen Augenblick nicht ersetzen. Dass das Kolumba auf Spekta-kel und hohe Besucherzahlen erheischende Events ebenso verzichtet wie auf Audioguides und Texttafeln, resultiert aus dieser Haltung. Dazu gehört auch, dass ästhetische Bildung als notwendige Bedingung von Humanität früh beginnen muss und nie abgeschlossen sein kann. Kraus hat sein komplexes Verständnis von den aktuellen Aufgaben des Muse-ums in eindrucksvollen Texten dargelegt.« (Matthias Flügge, Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden). Die Preisverleihung fand am 14. November 2017 in der Berlinischen Galerie statt. Der überwiegende Teil des Preisgeldes wurde in die »Soziale Plastik Kolumba« investiert, d.h. an alle Mitarbeiter verteilt.

Die schönsten deutschen Bücher (2017)
Preisträger: glauben – Andachtsbildchen von A-Z
Unter 772 Einsendungen wurden in einem zweistufigen Verfahren und verteilt auf fünf Kategorien die 25 schönsten deutschen Bücher 2016 ausgewählt. | Begründung der Jury: »Maria mit dem Jesulein, gebettet auf Blümchen und Spitze, ragen bedächtig aus einer Ecke auf die Vor-derseite. Bei der Dreifaltigkeit aus Pastellblümchen, ziselierten Heiligen-scheinen und dem Untertitel »Andachtsbildchen von A–Z« läuten die Glocken: Kann das ernst gemeint sein? Der Einband unter dem Um-schlag, überzogen von feinmaschigem Gewebe mit leichtem Glanz, den Titel wiederholend und geprägt mit kupferfarbiger Folie, lässt an liturgi-sche Gewänder denken. Lachsrosafarbenes Vor- und Nachsatz und gleichfarbiges Papier für Register und Literaturverzeichnis in der Mitte des 2,3 Kilogramm gewichtigen Bandes kann als Metapher für unschuldiges Inkarnat gesehen werden. So viel Würde muss ernsthaft grundiert sein. Unter dem originellen Stichwort »Problem« erfährt man über die Aus-gangslage des Projektes, dass die Herausgeber aus dem Bestand des Kunstmuseums des Erzbistums Köln aus 30.000 Andachtsbildchen im-merhin 1503 herausgezogen haben. Was tun mit diesem Potpourri aus rührenden, aber irgendwie unbequemen Inventarstücken? Die lexikalisch geordneten Rubriken bringen die Bildchen durch kurze, prägnante Texte zum Sprechen. Undogmatische Bildanordnungen sorgen für luftige Dop-pelseiten; zurückhaltende wie funktionale Nummernverweise verzieren das Buchpapier; Details der in der Regel kleinformatigen Besinnungsdru-cke kommen auf ganzseitigen Schmuckseiten zur Geltung. Hier darf sich ein Medium katholischer Volksfrömmigkeit entfalten. Das Motiv auf dem amerikanischen Schutzumschlag ist als Ausschnitt einer großflächigen Collage aus vergrößerten Andachtsbildchen aufgefasst. Die überborden-de Ornamentik legt es uns ans Herz, den Umschlag, zum Poster aufgefal-tet, schön übers Bett zu hängen – als Ersatz für den Guten Hirten. (www.stiftung-buchkunst.de) | Die Preisverleihung erfolgte – parallel zum zehnten Kolumba-Geburtstag – am 14. September im Museum für Ange-wandte Kunst in Frankfurt. Der Preis wurde für das Kolumbateam von Ulrike Surmann und Miriam Verhey (Bearbeitung), sowie Bärbel Mess-mann (Buchgestaltung) und Georgios Michailoudis (Bildbearbeitung) ent-gegengenommen.

Nominierung zur Ausstellung des Jahres (2016)
Mit 11 weiteren Ausstellungen wurde unsere Ausstellung «me in a no-time state« von der Redaktion des Art-Magazins für den Preis der Aus-stellung des Jahres nominiert: »Mit diesem Preis ehren wir nun im zweiten Jahr das Handwerk des Ausstellungsmachens, dem wir so wichtige Ein-sichten, so tiefe Erlebnisse, so viel Genuss und manchmal auch produkti-ve Verstörungen verdanken. Die Art-Redaktion hat die Kuratorinnen und Kuratoren dieser zwolf herausragenden Ausstellungen des Kunstjahres in Deutschland, der Schweiz und Österreich nominiert. Eine Jury aus re-nommierten Fachleuten wird daraus den Sieger ermitteln. Verliehen wird der Art-Kuratorenpreis mit Unterstützung des Kölner Auktionshauses Van Ham während der Kunstmesse Art Cologne. Köln, Kolumba: Me in a no-time state. 10 Jahre Kolumba! Stefan Kraus und Team. Ein Museum, das anders funktioniert: Die Sonderausstellung ist hier der Dauerzustand. Zum 10-jährigen Bestehen mixt das Kolumba wieder Kunst mit Handwerk, Altes mit Neuem, Sammlung mit Leihgaben – diesmal zum Thema Indivi-duum« (Kuratorenpreis, Ausstellung des Jahres 2016, Art-Magazin, 2.2017, S.48). Die Preisverleihung fand am 26. April in Köln im Auktions-haus Van Ham statt. Der erste Preis ging an Daniel Grúň, Kathrin Rhom-berg und Georg Schöllhammer für die Ausstellung »Július Koller. One Man Anti Show« im Wiener Museum für Moderne Kunst.

Museum des Jahres (2013)
Preisträger: Mitarbeiter_innen von Kolumba
Die deutsche Sektion des internationalen Verbandes der Kunstkritiker (AICA) hat Kolumba zum "Museum des Jahres 2013" gekürt. In der Begründung heißt es, das Museum zeichne sich durch eine »hervorragende Architektur« sowie durch eine »qualitätvolle Sammlung aus, die den Bo-gen zwischen alter und zeitgenössischer Kunst spannt«. Außerdem gäbe es auch Künstlern eine Öffentlichkeit, "die gemeinhin wenig Medieninte-resse gewinnen.« (18. November 2013). Die Preisverleihung fand als öffentliche Veranstaltung am Montag, den 5. Mai 2014, in Kolumba statt. Bei gleicher Gelegenheit wurden auch der Preis für die beste Ausstellung (Museum Folkwang, Essen) und der Preis für die besondere Ausstellung (Museum Abteiberg, Mönchengladbach) vergeben. | Jurybegründung: »Jedes Jahr kürt die AICA Deutschland ein Museum, welches sich durch die Eigenständigkeit seines Programms auszeichnet und sich quer zu den herrschenden Trends zum Art-Entertainment verhält. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an ein Museum, dessen Sammlung auf das Jahr 1853 zurück geht und dessen Neubau, Sammlungserweiterung und Aus-stellungskonzept über Jahrzehnte hinweg bis ins letzte Detail ausgetüftelt wurde: das Kolumba Museum, heutiger Name des Erzbischöflichen Diö-zesanmuseums in Köln. Um 1990 fiel die Entscheidung, die alten kirchli-chen Bestände durch Werke zeitgenössischer Kunst zu erweitern, welche sich im weitesten Sinn mit christlichen Werten, mit dem Erhabenen, Numi-nosen oder auch nur mit dem Zeitlosen auseinandersetzen. Die 1991 vom Philosophen Walter Warnach geschenkte Beuys Arbeit Munitionskis-te mit „Kreuz mit Sonne“, Fichtenstamm mit „Berglampe“ legte die Latte hoch. So verstehen sich die zeitgenössischen Kunstwerke in einer Konti-nuität mit den alten Beständen. Tradition und Innovation treffen aufei-nander. Dies gilt auch für die außerordentliche Architektur des 2007 er-öffneten Museums von Peter Zumthor. Er hat einen sensiblen und diffe-renzierten Neubau um die Sammlung herum errichtet, mit verschieden hohen Räumen, die den Ausstellungsbedürfnissen der Sammlung und der jährlichen Sonderausstellung optimal entsprechen. Außerdem ermög-licht er die Begehung der darunter gelegenen Ruinen der Kirche von Sankt Kolumba, sodass eine Symbiose zwischen der im Krieg zerstörten Kirche und deren erzbischöflichen Sammlung entsteht. Das Kolumba Museum zielt auf Wahrnehmung und Beschaulichkeit: Keine Inszenie-rung durch Lichteffekte, sondern nur Tageslicht, wodurch die Kunstwerke gleichwertig präsentiert werden und es Sache des Besuchers ist, selbst seine Lieblinge auszuwählen. Keine Beschriftungen, sondern ein Be-gleitheft mit informativen Kurztexten zu den ausgestellten Werken. Sitz-gelegenheiten, aber keine störenden Führungen während der Öffnungs-zeiten, keine Cafeteria, kein Shop, aber ein Ticket gültig für den ganzen Tag, das wiederholtes Ein- und Ausgehen ermöglicht. Einmal pro Jahr wird die Sammlung nach thematischen Kriterien neu geordnet. In diesem Jahr ist es der Schrein. Es findet eine einzige monografische Ausstellung pro Jahr statt, die den Fokus auf einen thematisch mit der Sammlung verbundenen Künstler legt. Die Ausstellung wird von einer wissenschaft-lich durchdachten und aufwendig gestalteten Publikation begleitet. Um die Kontinuität von Ausstellung zu Ausstellung zu untermauern, werden Werke der Sonderausstellung des Vorjahres in die Sammlungsschau integriert. Das Begleitprogramm wiederum beleuchtet verschiedene As-pekte der Sonderausstellung. Zusammenfassend zeichnet sich das Ko-lumba Museum durch eine hervorragende Architektur aus, durch eine qualitätvolle Sammlung, die den Bogen zwischen alter und zeitgenössi-scher Kunst spannt, durch ein stringentes Ausstellungskonzept, das Hand in Hand mit der Sammlung geht und Künstler vorstellt, die an der Peripherie des Medieninteresses liegen. Alles ist auf Beschaulichkeit und Wahrnehmung ausgerichtet, auf die Erziehung zur Langsamkeit des Se-hens – wahrlich ein Museum gegen die Hektik der Zeit, in diesem Sinne ein Museum gegen den Strich und genau das, was AICA zu würdigen schätzt.« Koblenz, Danièle Perrier 2013 (Quelle: www.aica.de)

Große Nike des BDA (2013)
Preisträger: Peter Zumthor & Partner und Erzbistum Köln
Zum dritten Mal verleiht der BDA mit der »Nike« einen Preis, der deutsch-landweit Architekten und Bauherren für herausragende Leistungen in Architektur und Städtebau würdigt. In sechs Kategorien, die wesentliche Elemente architek–tonischer und stadträumlicher Qualität beschreiben, wird jeweils eine »Nike« verliehen. Die »Große Nike«, eine von Wieland Förster geschaffene Plastik, ehrt das bemerkenswerteste Projekt der letz-ten Jahre.
Juryvotum:» Es ist ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Ort: Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Peter Zumthor schuf hier eine Raumkomposition, die - in der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes - ganz unterschiedliche Elemente zu einem Ganzen, Unver-wechselbaren zusammenfügt. Der Besucher dieses Museums betritt eine eigene Welt, in der unmittelbar die laute umgebende Stadt vergessen ist und die Zeugnisse der gebauten Vergangenheit, erhellt durch vereinzelt einfallende Lichtstrahlen, in den Dialog mit dem anspruchsvollen Konzept des Kunstmuseums für das Erzbistum treten. Exakt nimmt der Neubau die Fluchtlinien der gotischen Kirche St. Kolumba auf und integriert das Bestehende. Die Fassade des neuen Museums wächst auf den vorhan-denen Grundmauern. Die von Gottfried Böhm erbaute Kapelle »Madon-na in den Trümmern« aus den fünfziger Jahren wird mit einem separaten Eingang eingehaust. Sie steht in einer Ruinenlandschaft mit Fundamen-ten der Vorgängerkirchen. Diese Ruinenlandschaft, als größter und ein-zigartiger Ausstellungsraum, wird durch die perforierte Filterstruktur der Klinker-Fassade beleuchtet. Über diesem zentralen Raum scheint das eigentliche Museum, getragen von zwölf Meter hohen Stahlstützen, zu schweben und verwandelt dadurch das Ausgrabungsfeld in einen sakral wirkenden Ort der Andacht und Einkehr. So fügt sich das Alte, Gerettete mit dem Neuen zu architektonisch gefasster Geschichte. Erhaben prä-sentiert sich das Innere des Ausstellungshauses im Obergeschoss als eine Komposition aus Licht, Material und Raum. In helles Tageslicht ge-hüllte Ausstellungssäle und künstlich beleuchtete Kabinette, weite und enge Öffnungen, intime Kunstbetrachtungen und gezielte Ausblicke auf die Stadt wechseln sich ab. Peter Zumthor trifft in dem Gebäude Kolum-ba auf die grundlegenden Fragen der Architektur, bezogen auf Raum, Zeit, Material und Stadtgestalt. Seine Antwort inspiriert auf wunderbare Weise zum Sehen, zum Fühlen, zum Erleben und zum Nachdenken. Ko-lumba ist zu einem würdevollen Ort geworden durch Schlichtheit und eine sehr präzise Architektur, die in jedem Detail überzeugt.« | Die Preisverlei-hung fand am 21. Juni 2013 im Filmmuseum in Frankfurt statt. Laudator war Michael Frielinghaus | Jury: Prof. Andreas Emminger, johannsraum. Atelier für Architektur, Nürnberg; Michael Frielinghaus, BLFP Frielinghaus Architekten und Präsident BDA, Friedberg; Dr. Roman Hollenstein, Neue Zürcher Zeitung, Zürich; Prof. Françoise-Hélène Jourda, Jourda Architec-tes, Paris; Anne Kaestle, Duplex Architekten, Zürich; Ulla Luther, Staats-rätin a.D., Berlin; Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architektur-museum DAM, Frankfurt/Main

Nike für Atmosphäre (2013)
Preisträger: Peter Zumthor & Partner / Erzbistum Köln
Die »Nike für Atmosphäre« wird vom Bund Deutscher Architekten an eine Arbeit vergeben, die durch Gestalt und Anmutung, durch Material-, Licht- oder Farbgestaltung einen in sich stimmigen, besonderen atmosphäri-schen Eindruck in der inneren oder äußeren räumlichen Wirkung vermit-telt.
Juryvotum: Das Kunstmuseum des Erzbistums Köln versteht sich als »le-bendes Museum«: Das Präsentationskonzept zeigt Arbeiten aus ver-schiedenen Kunstepochen in wechselnden »Gegenüberstellungen«, unabhängig von stilgeschichtlichen oder medialen Zusammenhängen. Im Zentrum der Rezeption des Betrachters steht der direkte Dialog mit der Kunst. Die Architektur des Gebäudes spiegelt diese anspruchsvolle Idee des Dialogs mit ihren Mitteln. Sie ist eine atmosphärisch dichte Komposi-tion aus Geschichte und Gegenwart, die mit starken Raumeindrücken und sorgfältig ausgeführten Details eine große Faszination hervorruft. Den Ausstellungsräumen gemeinsam ist die Schlichtheit der Materialien: Backstein, Mörtel und Lehmputz sowie Naturstein, Terrazzo und geglätte-ter Estrich auf den Böden. Die Askese und Eleganz des Inneren setzen sich im Stadtraum fort. Hier entfaltet das Museum gestalterische Kraft mit seinem perforierten Fries und den großen Glasflächen. Für die Fassade wurde eigens ein Ziegel im Römerflachformat entwickelt, der sich an dem ockergrauen Sandstein der Ruinenreste von St. Kolumba orientiert. Mate-rialwahl, Lichtführung und sorgfältig komponierte Raumfolgen laden die Besucher des Museums zum meditativen Sehen der Räume, der Kunst und der Stadt ein. | Die Preisverleihung fand am 21. Juni 2013 im Film-museum in Frankfurt statt. Laudator war Michael Frielinghaus | Jury: Prof. Andreas Emminger, johannsraum. Atelier für Architektur, Nürnberg; Mi-chael Frielinghaus, BLFP Frielinghaus Architekten und Präsident BDA, Friedberg; Dr. Roman Hollenstein, Neue Zürcher Zeitung, Zürich; Prof. Françoise-Hélène Jourda, Jourda Architectes, Paris; Anne Kaestle, Duplex Architekten, Zürich; Ulla Luther, Staatsrätin a.D., Berlin; Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum DAM, Frank-furt/Main

Architekturpreis NRW | 1.Preis (2011)
Preisträger: Peter Zumthor und Erzbistum Köln
Juryvotum: »Wer dieses Gebäude betreten hat, erfährt die Verzaube-rung, die Architektur auslösen kann. Die gelungene Komposition aus Geschichte und Gegenwart entfaltet eine sinnliche Kraft, die den Besu-cher gleichermaßen mit starken Raumeindrücken und feinen Details be-eindruckt. Materialwahl, Lichtführung und sorgfältig komponierte Raum-folgen sind zu einem großen Ganzen gefügt. Auch im Stadtraum vermit-telt der steinerne Baukörper die Kraft der Ruhe und integriert dabei fast spielerisch-selbstverständlich Fragmente des baulichen Erbes, den perfo-rierten Fries der Steine und die großen Glasflächen zu einem ausdrucks-starken Gebäude der Gegenwart. Nachhaltig ist das Erlebnis der Begeg-nung.« (BDA Landesverband Nordrhein-Westfalen (Hg.), Baukultur in NRW 2012, Köln 2011, S.14). | Jury: Prof. Claus Anderhalten (Architekt, Berlin), Dr. Wolfgang Bachmann (Journalist, München), Achim Dahlheimer (Landesregierung Düsseldorf), Prof. Almut Grüntuch-Ernst Architekt, (Ber-lin), Ansgar Schulz (Architekt, Leipzig), sowie beratend: Martin Halfmann (Architekt, Landesvorsitzender des BDA, Köln). | Der Preis wurde am 19. September 2011 bei einem Festakt im Maxhaus in Düsseldorf vergeben. Für den Preisträger waren anwesend: Generalvikar Dr. Schwaderlapp, Diözesanbaumeister Martin Struck, Museumsdirektor Dr. Stefan Kraus.

Kölner Architekturpreis (2010)
Preisträger: Peter Zumthor / Erzbistum Köln
Juryvotum: »Kein Gebäude wurde so diskussionslos und einstimmig für die Auszeichnung nominiert wie das neue Museum Kolumba. Peter Zum-thors Bau ist ein Ausnahme-Museum, gerade weil es im Spektakelwett-kampf der Kulturbauten so spröde und kontemplativ auftritt. Mit Ausnah-me der stark gemaserten roten Holzvertäfelung im Lesezimmer sind alle Elemente dieses Kunstwerks still, respektvoll und sinnlich in Zurückhal-tung. Selbst die drei kräftigen Lichttürme im obersten Stockwerk, die den Kunstwerken eine aufwärtsstrebende Erhabenheit schenken, bleiben dabei rücksichtsvoll. Komponiert als eine Burg des Lichts und der wech-selnden Volumina, besteht dieses Ausstellungshaus aus unaufdringli-chen Sensationen. Jeder Saal des Aufstiegs durch die Kunst zeigt ande-re Proportionen und Beleuchtungsverhältnisse, dunkel und flach öffnet sich in weit und hell, künstlich beleuchtete Kabinette wechseln sich ab mit den von Tageslicht durchfluteten Sälen, die mit ihren großen Fenstern auch die Fassade strukturieren. Der Filterfries aus gelbem Klinker, der die Ausgrabungen in der alten St. Kolumba-Kirche beleuchtet, um deren Fundamente und Reste das Museum herumgearbeitet wurde, ist eine ebenso glückliche Erfindung von Zurückhaltung und Einkehr wie der »Klosterhof« hinter dem Eingang, der auf dem alten Friedhof einen Ort von geradezu spiritueller Kraft schafft. Auch im zeichen- und stilüberflute-ten Stadtraum zwischen Einkaufspassagen, WDR-Gebäude und Opern-platz erzeugt Zumthors protestantische Strenge einen Ruhepol, in dem die Reste der katholischen Architektur mit größter Sorge aufgehoben sind. Seine geniale Fähigkeit, den Geist der Sinn- und Antwortsuche, der Besinnung und der Demut in zeitlose haptische und optische Qualitäten zu übersetzen, lässt die Prophezeiung zu, dass Peter Zumthors Kolumba auch in hundert Jahren noch den Kölner Architekturpreis gewinnen wür-de.« ( Till Briegleb). | Auslober und Durchführung: Kölner Architekturpreis e. V.; Träger des Kölner Architekturpreises e.V: Architektur Forum Rhein-land (AFR)/ Bund Deutscher Architekten Köln (BDA)/ Deutscher Werk-bund Nordrhein-Westfalen (dwb NW)/ Kölnischer Kunstverein (KKV) | Ju-ry: Merlin Bauer, Künstler, Köln/ Till Briegleb, Journalist, Hamburg/ Birgit Rudacs, Architektin BDA, München/ Markus Schwieger, Architekt, Darm-stadt/ Carsten Venus, Architekt, Hamburg. Die Jurysitzung fand am 24. und 25. September 2010 statt. | Die Preisverleihung fand am 25. Sep-tember 2010 in den Spicherhöfen in Köln statt. Der Preis wurde stellver-tretend von Erzdiözesanbaumeister Martin Struck und Museumsleiter Stefan Kraus entgegen genommen.

Museumspreis der Kulturstiftung hbs (2009)
Preisträger: Kurator_innenteam von Kolumba
Aus der Laudatio von Gottfried Korff: »Ein Museum im Gegensinn – Ver-such einer Laudatio auf das Kuratorenteam von Kolumba: »Wir sind in einem Haus, dem es an Anerkennung nicht mangelt. Seit seiner Eröff-nung vor nicht einmal anderthalb Jahren hat es Aufmerksamkeit, breite Aufmerksamkeit gefunden. Es ist geradezu zur Metapher einer neuen Sicht auf das Museum geworden, einer Sicht, die durch wachsende mu-seologische Reflexion gekennzeichnet ist. Diese neue Sicht lässt sich als Reaktion auf einen lang anhaltenden, bis heute ungebremsten Boom lesen. Er hat in den letzten Jahren zu einer historisch unvergleichlichen Karriere des Museums geführt. Jüngst hat der Soziologe Heiner Treinen, Nestor der Museumsforschung in Deutschland, vom Museum als der – nach den elektronischen Medien – am stärksten expandierenden kulturel-len Institution im nordatlantischen Kulturkreis gesprochen. Ganz zweifel-los ist auch Kolumba ohne den Boom nicht zu denken. Aber wie aus dem ehrwürdigen Diözesanmuseum mit Kolumba ein Museum im Gegensinn, eine eigensinnige Kritik an den Mechanismen des Booms geworden ist ist mutig und staunenswert, vielgerühmt und beispielgebend – und zwar als Architektur und als expositorisches Format, so wie es das Kuratorenteam erdacht und erprobt hat und schon zum zweiten Mal gekonnt und erfolg-reich vorführt. Die kuratorische Leistung steht, so ist die Meinung der Jury dieser Auszeichnung, gleichranging und gleichwertig neben der architek-tonischen Tat.« Die Preisverleihung fand am 5. März 2009 in Kolumba statt. (vollständige Laudatio im Menü: Texte)

Hanns-Schaefer Preis (2008)
Haus- und Grundbesitzer Verein Köln
Preisträger: Erzbistum Köln
»Architekturpreise gibt es mehrere in Deutschland, wenn auch längst nicht so viele wie Literaturpreise. Was es aber kaum gibt, sind Preise für Bauherren, obwohl jeder Architekt weiß, dass ein Haus nur so gut werden kann, wie der Auftraggeber es zulässt. Es ist deshalb ein Signal, dass der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 den Hanns-Schaefer-Preis in diesem Jahr an einen Bauherrn vergeben hat, und zwar an Joachim Kardinal Meisner für das Kunstmuseum Kolumba des Schweizer Architekten Peter Zumthor (F.A.Z. vom 15.September). Die Laudatio auf den Preisträger hielt Andreas Rossmann, Feuilletonkorres-pondent dieser Zeitung in Nordrhein-Westfalen, der das Publikum ins Jahr 2088 entführte, in dem der Verein seinen zweihundertsten Geburts-tag feiert, und einen spekulativen Rückblick auf eine Stadtentwicklung in Köln gab, die, angeregt und ausgehend von Kolumba, zu einer folgen-reichen Allianz von Baumeistern und Bauherren und zu einer neuen Aufmerksamkeit für städtebauliche Belange geführt haben wird: 'Wenn der Umgang mit Architektur und die Haltung zur Stadt, wie sie Kolumba vorbildlich vorführt, auf das Bauen hier abfärben und Schule machen, dann muss einem bald um das Stadtbild von Köln nicht mehr bange sein.« (Kardinal Meisner als Bauherr geehrt, Frankfurter Allgemeine Zei-tung, 17.12.2008)

Architektur in Deutschland | 1. Preis (2008)
Deutsches Architektur Museum, Frankfurt
Preisträger: Peter Zumthor / Erzbistum Köln
Zum zweiten Mal vergibt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt den nicht dotierten, doch hoch angesehenen Preis für Architektur in Deutschland. Gleichzeitig mit dem Erscheinen des Deutschen Architektur Jahrbuchs, in dem das Projekt ausführlich gewürdigt wird, wird in Frank-furt eine Ausstellung eröffnet, die alle prämierten Projekte vorstellt. Das 2001 enstandene Holzmodell des Gebäudes bleibt danach als Dauer-leihgabe des Erzbistums in der Sammlung des DAM. | Juryvotum: »Peter Zumthors Museumsbau ist eine gültige Antwort auf die zunehmende Ver-spektakelung der Architektur. Die Archäologie, die hier als Spurensuche interpretiert wird, ist eine Archäologie nicht des Bodens, sondern des Geistes, nicht nur des Ortes, sondern auch seines Wesens« (Gerhard Matzig, Jury). »Architektur und Kunstwerke sind zu einer traumhaften, ebenso unkonventionellen wie unspektakulären Einheit verschmolzen. Man möchte wiederkommen, immer wieder.« (Ursula Baus, Jury) »Die Zeit ist der wichtigste Parameter bei diesem Haus. Genügend Zeit. Der Bau-herr hatte viel Zeit, der Architekt brauchte viel Zeit und nutzte sie aus.« (Peter Cachola Schmal, Jury). | Der Preis wurde am 16. Januar 2009 in einem Festakt im Deutschen Architekturmuseum verliehen. Anwesend waren Architekt Peter Zumthor, Diözesanbaumeister Martin Struck, Grün-dungsdirektor Joachim M. Plotzek und das Kuratorenteam von Kolumba: Stefan Kraus, Katharina Winnekes, Ulrike Surmann und Marc Steinmann.

Brick Award | 1. Preis (2008)
Preisträger: Peter Zumthor / Kolumba
Der Brick Award, dotiert mit insgesamt 21.000 Euro, zeichnet alle 2 Jahre zeitgenössische europäische Ziegelarchitektur aus und wird von dem Unternehmen Wienerberger veranstaltet. Eine internationale Jury renom-mierter Architekten und Architekturkritiker kürt die eingereichten Projekte. Würdigung: »Dieses Projekt, das sowohl innen als auch außen beeindru-ckend ist, wurde von einem der Jury-Mitglieder als ein 'Wunder' beschrie-ben. Die Jury war von der Beziehung zwischen den Altertümern und dem umgebenden Stadtgefüge sowie dem neuen Gebäude beeindruckt, und wusste insbesondere die Nebeneinanderstellung des vorhandenen Ge-steins und des neuen Mauerwerks mit all seinen Unzulänglichkeiten zu schätzen. Uns gefielen die ursprüngliche Verwendung der römischen Ziegel bzw. Kacheln und die Qualität des Lichts, das durch das Mauer-werk gefiltert wird und auf die Exponate und die archäologischen Über-reste fällt. Alles in allem ist dies ein eindrucksvolles Stück Architektur, das dazu bestimmt ist, sowohl eines der großen Wahrzeichen Kölns als auch ein großartiges Besuchserlebnis zu werden.« (George Ferguson, Vorsit-zender der Jury, in: brick '08, S.8)

Preis der Wüstenrot-Stiftung (2008)
Energieeffiziente Architektur in Deutschland
Anerkennung: Peter Zumthor / Kolumba
Der Gestaltungspreis »Energieeffiziente Architektur in Deutschland« der Wüstenrot Stiftung will Antworten auf die wichtigsten Fragen geben, die sich aktuell im Neubau und im Gebäudebestand zur Verbesserung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes stellen, so u. a.: Wie kann die immer teurer werdende Energie so effizient und umweltschonend wie möglich genutzt werden? Welchen Beitrag kann eine energieeffiziente und nachhaltige Planung, Gestaltung und Sanierung von Gebäuden zum Klimaschutz leisten? Welche Alternativen gibt es vor allem im Bereich der kreativen und intelligenten Nutzung regenerativer Energiequellen? Mit 324 Einsendungen aus ganz Deutschland bietet der nun entschiede-ne Gestaltungspreis der Wüstenrot Stiftung nicht nur einen aktuellen, sondern auch einen umfassenden Überblick zu dieser Bauaufgabe und zeigt vorbildhafte Lösungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Eine un-abhängige Jury hat unter dem Vorsitz von Prof. Manfred Hegger in meh-reren Sitzungen, zwischen denen die Gebäude der "Engeren Wahl" vor Ort besichtigt wurden, über die Vergabe des Gestaltungspreises und der Preisgelder in Höhe von insgesamt 50.000 Euro entschieden.