Kolumba
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6. Mai – 17. August 2020 (Raum 21)
Robert Klümpen
gut und gern

Als Meisterschüler von Dieter Krieg aktualisiert Robert Klümpen eine Position, die den Grenzgang der Malerei im wechselseitigen Verhältnis von Bild und Abbild, bzw. von abgebildetem Gegenstand und realem Ding auslotet. Seine Ausstellung »gut und gern« setzt diesem Gedanken ein monumentales Statement und gestattet uns gleichzeitig den Einblick in die Werkstatt des Malers, einer Kochküche gleich. Aus acht Großformaten und einfachen Dachlatten setzt sich ein simpel gezimmertes Gestell zusammen, das nicht zuletzt durch einen stufenförmigen Sockel an ein geschlossenes Kinderkarussell erinnert. Als Oktogon lässt der reale Bildkörper – »Cella« betitelt – an sakrale Architekturen oder Gefäße denken, wie die Kapelle der »Madonna in den Trümmern«, an frei stehende Taufkapellen (Baptisterien) oder Ziborien, jene liturgischen Gefäße, die der Aufbewahrung bereits geweihter Hostien dienen (wie in Raum 7 ausgestellt). Doch der formal-assoziative Hinweis verblasst gegenüber der schlichten Realität des im Raum stehenden Gestells selbst, dessen durch Spalten einsehbares Inneres völlige Leere offenbart. Sie bricht die Andacht, die uns die Seherfahrung der gegenstandslosen Farbmalerei seit der Generation von Mark Rothko empfiehlt. Die zauberhafte Welt des schönen Scheins, die der Jahrmarkt als magischer Spiegel der Realität entgegenhält, liegt offenbar mehr im künstlerischen Interesse. Eine Diskokugel, die im Scheitel der skizzierten Dachkonstruktion hängt, führt dieses Zitat in aller Wörtlichkeit. Ihr facettenreicher Spiegel reflektiert die auf den umlaufenden Wänden hängende Vielzahl kleiner Gemälde, in denen Klümpen seine malerischen Mittel mit spielerischer Lust und zuweilen hart am Kitsch vorbei variiert. Mit Pinsel, Kreidestrich und Spray zündet er ein Feuerwerk visueller Effekte und vertrauter Sujets. Die nur scheinbare Flüchtigkeit dieser Bilder steht im Kontrast zur virtuosen Wirkung der eingesetzten Mittel. Abstrakte »Bubbles« wechseln mit wenigen Stillleben und den Portraits einiger Malerinnen und Maler, unter ihnen Paula Modersohn-Becker, Ferdinand Hodler und Ernst-Ludwig Kirchner. Die auf Augenhöhe im gleichen Abstand hängenden Kleinformate erzeugen einen raumfüllenden Takt, zu dem die Diskussion um die Malerei mit dem Bilderkarussel ihre Fahrt aufnimmt.

Freitag, 20. März, 2020, 16.30 Uhr (bis auf Weiteres verschoben!)
Robert Klümpen im Gespräch mit Dietmar Rübel

Cella, 2016, Acryl/Lack auf Nessel/Holz/Diskokugel, ca. 500 x 500 x 500cm. | Ohne Titel, Ölpastell auf Nessel, je 24 x 18cm.

Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerheft, 32 Seiten, vierfarbig, mit eingelegter Farbfotografie (Auflage 300 Exemplare).
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2020 Kunst und Choreografie
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2020 Robert Klümpen
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2019 Schulen zu Gast IX
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2018 Attila Kovács
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2017 Pas de deux

2017 Marek Poliks
2017 Eric Hattan
2017 Büro für ...
2017 Barthel Bruyn
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2016 Kurt Benning
2016 Über das Individuum

2016 Schulen zu Gast IV
2016 Bethan Huws
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2015 Anna & Bernhard Blume
2015 Der rote Faden

2015 Museum für Zeichnung
2015 Birgit Antoni: Kino
2014 Schwindel der Wirklichkeit
2014 playing by heart

2014 Achim Lengerer
2014 Bruno Jakob
2013 zeigen verhüllen verbergen

2013 Eucharistie
2013 Norbert Schwontkowski
2013 Pascal Schwaighofer
2012 Art is Liturgy – Paul Thek

2012 Leiko Ikemura
2012 Kunst-Station St. Peter
2012 Volker Saul
2012 Jaromir Novotny
2011 Birgit Antoni
2011 denken

2011 Philipp Wewerka
2010 Mischa Kuball
2010 Noli me tangere!

2010 Heinrich Küpper
2010 Robert Haiss
2010 Renate Köhler
2010 Georg Baumgarten
2009 Stefan Wewerka
2009 Hinterlassenschaft

2009 Koho Mori-Newton
2009 Hermann Abrell
2008 Heiner Binding
2008 Der Mensch verlässt die Erde

2007 Der unendliche Raum…

2006 Im Garten der Wirklichkeit II
2006 Werner Schriefers
2006 Im Garten der Wirklichkeit I
2005 Schenkung Egner
2005 Leiko Ikemura
2005 Arma Christi
2005 Hans Josephsohn
2005 Die koptischen Textilien
2005 Birgit Antoni
2004 Monika Bartholomé
2004 Max Cole
2003 Reliquienkreuze
2004 Heinrich Küpper
2003 Martin Frommelt
2003 150 Jahre!
2002 Attila Kovács
2002 Herbert Falken
2002 Peter Tollens
2001 ars vivendi
2001 Peter Zumthor
2000 Volumen
2000 walkmen
2000 Die Schenkung Härle
2000 Kinderzeichnungen
2000 Über die Wirklichkeit
1999 Andor Weininger
1999 Joseph Marioni
1999 Andy Warhol
1998 Kunsthalle Baden-Baden
1998 Glaube und Wissen
1998 Stephan Baumkötter
1998 Bernd Ikemann
1998 Kabakov Pane u.a.
1998 Hildegard Domizlaff
1997 Cage Tsangaris u.a.
1997 Richard Serra
1997 Manos Tsangaris
1997 Kunst-Station
1997 Klaus vom Bruch
1997 Über den Ort: Kolumba
1996 Über die Ambivalenz
1996 Chris Newman
1996 Peter Tollens
1996 Wolfgang Laib
1996 Über die Farbe
1995 Frühchristliche Kunst
1995 Mischa Kuball
1995 Palast der Kunst
1995 Horn Falken Michals, u.a.
1995 Monika Bartholomé
1993 Tápies Thek Tuttle u.a.
1992 Vaticana
 

 
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KOLUMBA :: Ausstellungen :: 2020 Robert Klümpen

6. Mai – 17. August 2020 (Raum 21)
Robert Klümpen
gut und gern

Als Meisterschüler von Dieter Krieg aktualisiert Robert Klümpen eine Position, die den Grenzgang der Malerei im wechselseitigen Verhältnis von Bild und Abbild, bzw. von abgebildetem Gegenstand und realem Ding auslotet. Seine Ausstellung »gut und gern« setzt diesem Gedanken ein monumentales Statement und gestattet uns gleichzeitig den Einblick in die Werkstatt des Malers, einer Kochküche gleich. Aus acht Großformaten und einfachen Dachlatten setzt sich ein simpel gezimmertes Gestell zusammen, das nicht zuletzt durch einen stufenförmigen Sockel an ein geschlossenes Kinderkarussell erinnert. Als Oktogon lässt der reale Bildkörper – »Cella« betitelt – an sakrale Architekturen oder Gefäße denken, wie die Kapelle der »Madonna in den Trümmern«, an frei stehende Taufkapellen (Baptisterien) oder Ziborien, jene liturgischen Gefäße, die der Aufbewahrung bereits geweihter Hostien dienen (wie in Raum 7 ausgestellt). Doch der formal-assoziative Hinweis verblasst gegenüber der schlichten Realität des im Raum stehenden Gestells selbst, dessen durch Spalten einsehbares Inneres völlige Leere offenbart. Sie bricht die Andacht, die uns die Seherfahrung der gegenstandslosen Farbmalerei seit der Generation von Mark Rothko empfiehlt. Die zauberhafte Welt des schönen Scheins, die der Jahrmarkt als magischer Spiegel der Realität entgegenhält, liegt offenbar mehr im künstlerischen Interesse. Eine Diskokugel, die im Scheitel der skizzierten Dachkonstruktion hängt, führt dieses Zitat in aller Wörtlichkeit. Ihr facettenreicher Spiegel reflektiert die auf den umlaufenden Wänden hängende Vielzahl kleiner Gemälde, in denen Klümpen seine malerischen Mittel mit spielerischer Lust und zuweilen hart am Kitsch vorbei variiert. Mit Pinsel, Kreidestrich und Spray zündet er ein Feuerwerk visueller Effekte und vertrauter Sujets. Die nur scheinbare Flüchtigkeit dieser Bilder steht im Kontrast zur virtuosen Wirkung der eingesetzten Mittel. Abstrakte »Bubbles« wechseln mit wenigen Stillleben und den Portraits einiger Malerinnen und Maler, unter ihnen Paula Modersohn-Becker, Ferdinand Hodler und Ernst-Ludwig Kirchner. Die auf Augenhöhe im gleichen Abstand hängenden Kleinformate erzeugen einen raumfüllenden Takt, zu dem die Diskussion um die Malerei mit dem Bilderkarussel ihre Fahrt aufnimmt.

Freitag, 20. März, 2020, 16.30 Uhr (bis auf Weiteres verschoben!)
Robert Klümpen im Gespräch mit Dietmar Rübel

Cella, 2016, Acryl/Lack auf Nessel/Holz/Diskokugel, ca. 500 x 500 x 500cm. | Ohne Titel, Ölpastell auf Nessel, je 24 x 18cm.

Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerheft, 32 Seiten, vierfarbig, mit eingelegter Farbfotografie (Auflage 300 Exemplare).