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10. – 15. Dezember 2025, jeweils 14–17 Uhr

close Up – lontano 3

Musiktheater von Manos Tsangaris

Der Musikpreis der Kunststiftung NRW – Mauricio Kagel Musikpreis wurde im Mai 2024 an den Komponisten, Trommler und Installationskünstler Manos Tsangaris verliehen. Das Preisgeld beinhaltet einen Zuschuss für die Aufführung eines neu entstehenden Werkes mit einem Ensemble aus NRW. close Up – lontano 3 wurde für die Architektur und die einzigartige Atmosphäre von Kolumba geschrieben und inszeniert – die besondere Raumgestaltung und darin lebendige Gleichzeitigkeit von absolutem Nachhall und feinster Klangnähe greifen die Grundidee des Werks auf: eine Musik, in der sowohl die Nähe (close Up) als auch die Ferne (ital. lontano, entfernt) erfahrbar sind. Dazu Manos Tsangaris: »Das Werk thematisiert die Präsenz des Menschen, den Tanz der Ereignisse und das, was man in der Nähe und aus der Ferne hört und sieht.« Das Publikum wird in kleinen Gruppen von Station zu Station geführt. So fügt sich Kapitel um Kapitel zu einer Geschichte, die ihre Geheimnisse nicht verrät, sondern produktiv macht. Die Teilnehmenden bilden in jedem Moment den Ort, in dem sie sich gerade befinden, und die Abfolge der Bilder formt Erzählungen. Stille ist hier nicht Abwesenheit von Klängen, sondern das, was sie in sich und mit uns ausmacht.

Einlass alle halbe Stunde. Um Kartenreservierung wird gebeten unter: mail@kolumba.de

»Die Spur ist die Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist die Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft.« (Walter Benjamin, Passagenwerk)

#1 LAUSCH! (Durchgangszimmer)
#2 LIES! (Dialogos)
#3 SCHAU! (Tragedia civile)
#4 SEI! (Elfenbeinkreuz)
#5 SIEH! (Schmerzensmensch) 

Aufführende
Friederike Kühl (Sopran)
Ensemble: hand werk, Daniel Agi (Flöte) / Heni Hyunjung Kim (Klarinette) / Moritz Koch (Schlagzeug) / Jae A Shin (Geige) / Niklas Seidl (Cello) / Thibaut Surugue_ (Klavier); sowie Matthias Muche (Posaune) / Corina Golomoz (Viola) / Chloë Abbott (Trompete) / Hyung-Jung Berger (Violoncello)

Manos Tsangaris gilt als einer der international bedeutendsten Vertreter des Neuen Musiktheaters. Er hat selbst bei Mauricio Kagel studiert (1976–1983 Musikhochschule Köln). Seit den 1970er-Jahren erforscht er die Bedingungen der Aufführung als wesentlichen Gegenstand von Komposition. In seiner Entscheidung würdigte der Künstlerische Beirat des Musikpreises den Musiker als künstlerisches Multiversum: »Die Erfahrungen und Wahrnehmungen des Einzelnen werden in Manos Tsangaris‘ detailreichen Projekten zum Ausgangspunkt für ein geschärftes allgemeines, gesellschaftliches Bewusstsein – das ist ein aktuelles, notwendiges Konzept für unsere Gegenwart, das zugleich als Erbe Mauricio Kagels gelten kann.«

hand werk wurde 2011 in Köln gegründet. Das sechsköpfige Kammermusikensemble steht für Nachhaltigkeit und Wiederverwertung sowie für höchstes künstlerisches Niveau auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik. hand werk ist zu Gast bei Festivals wie den Wittener Tagen, Darmstädter Ferienkursen, den Bayreuther Festspielen, Ultraschall Berlin, NOW! Festival Essen, Acht Brücken Köln, impuls in Graz, Gaudeamus in Utrecht sowie Warschauer Herbst und produzierte bereits mehrere CDs. Seit sieben Jahren veranstaltet das Ensemble außerdem die Konzertreihe HWxxC_ in der Alten Feuerwache Köln. https://ensemble-handwerk.eu

Friederike Kühl ist Sopranistin im Bereich der Alten wie auch der Neuen Musik. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und trat bereits während ihrer Studienzeit sowohl in klassischen Opernrollen als auch in zeitgenössischen Produktionen auf. Parallel zu ihrer Bühnenpräsenz widmete sich Kühl auch dem Ensemblegesang und erweiterte ihre Fähigkeiten als Mitglied des SWR Vokalensembles. Sie war auch Teil des Solistenensembles Cantando Admont, das regelmäßig bei renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen auftritt. Sie verbringt viel Zeit mit künstlerischen Reisen im In- und Ausland und erhielt wichtige Impulse bei Meisterkursen u.a. mit Renate Faltin, Rudolf Piernay, Ian Bostridge, Sarah Maria Sun und Gemma Bertagnolli. Ihr Talent und ihre Hingabe zur Musik wurden durch Stipendien von Organisationen wie Yehudi Menuhin Live Music Now und der Oskar und Vera Ritter Stiftung im Rahmen des Deutschlandstipendiums anerkannt. https://friederike-kuehl.de